ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2018Richard Beitzen: Hausarzt mit Praxis zum Verschenken

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Richard Beitzen: Hausarzt mit Praxis zum Verschenken

Dtsch Arztebl 2018; 115(13): A-595 / B-517 / C-517

Korzilius, Heike

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Richard Beitzen, Foto: privat

Dr. med. Richard Beitzen (67) kann es kaum fassen. Seit er dem Kölner Stadtanzeiger erzählte, dass er seine gut gehende Hausarztpraxis in Siegburg-Kaldauen verschenken will, weil er einfach keinen Nachfolger findet, kann er sich vor Medienanfragen kaum retten. „Die Journalisten meinten, sie hätten jetzt endlich ein Gesicht zu einem bekannten Problem“, sagt der Allgemeinarzt. Der Nebeneffekt des großen Medienechos: Es haben sich die ersten ernsthaften Interessenten bei dem Praxisinhaber gemeldet. Mit drei Allgemeinärztinnen und -ärzten verhandelt er konkret über ein Angebot. Denn Beitzen will zwar nicht den geschätzten Praxiswert von 150 000 Euro erzielen. Den Gegenwert von Möbeln und Geräten hätte er aber doch gern. „Die Praxis ist auf dem modernsten Stand“, sagt der Hausarzt. „Da kann man sich mit Stethoskop und Stift hinsetzen und sofort anfangen zu arbeiten.“ Inzwischen fragten bereits Ärzte aus der Umgebung an, ob er übrige Interessenten nicht an sie weiterleiten könne.

Auf seine ungewöhnliche Idee kam Beitzen, weil er seine Patienten nicht im Stich lassen wollte: „Die hoffen auf einen Nachfolger. Denn meine Praxispartnerin kann meine Patienten nicht noch zusätzlich versorgen.“ Mit dem Aufhören ist es ihm ernst. Als Praxisinhaber sei man Finanzvorstand, Personalchef und Chefstratege in einer Person. „Irgendwann ist man müde“, meint Beitzen. Angst vor dem Ruhestand hat er nicht. Mit seiner Frau versorgt er zu Hause Hunde, Hühner, Wachteln und Kois. Dazu kommt die Musik. Beitzen spielt Saxophon in zwei Bands, will lesen und reisen. Heike Korzilius

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