ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2018Check-up 35: Viel Zeit erforderlich
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Es wäre sinnvoll, eine individualisierte Früherkennung durchzuführen. Dazu gehören tatsächlich „waist to hip“, „waist to height“, eventuell der Fettleberindex und die RR-Messung an beiden Armen. Einfache Untersuchungen, die nicht viel Zeit erfordern!

Bei der Herz-Kreislauf-Prävention sind wir anscheinend schon viel weiter gekommen, bei der Prävention des Diabetes leider nicht!

Es wäre sinnvoll, einen OGTT mit 75 g Glucose und Insulin und einen HOMA-Index bei übergewichtigen Patienten/-innen durchzuführen, um frühzeitig die Insulinresistenz zu entdecken. Leider wird in der Regel gewartet, bis der HbA1c deutlich ansteigt, um dann zu intervenieren.

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Sinn würde es auch machen, sich mit den Ausführungen von Professor Peters, Uni Klinik Lübeck, zum Thema „selfish brain“ auseinanderzusetzen – man würde dann viele Testergebnisse anders bewerten und die Patientin besser und teilweise auch wertschätzender beraten können.

Und für uns Frauenärzte und Frauenärztinnen sollte nichts unversucht gelassen werden, übergewichtige, rauchende Frauen teilweise mit Diabetes Typ II oder Insulinresistenz und Bluthochdruck von diesen Risikofaktoren zu „befreien“, statt ihnen mit aller medizinischen Hilfe zu einer Schwangerschaft zu verhelfen. Die Kinder dieser Frauen werden es uns danken!

All dies erfordert viel Zeit und ausgiebige Anamnesen mit Fragen zu Sport, Ernährung, familiären Risikofaktoren usw. Leider bietet die „normale“ Sprechstunde dazu nicht die Zeit – auch hier müsste sich viel ändern.

Sabine Barz, Frauenärztin, 28195 Bremen

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