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Depressionen: Ältere Studierende vermehrt gefährdet

Medizin studieren, SS 2018: 9

Gießelmann, Kathrin

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Eine Auswertung von Krankenkassendaten zeigte: Depressionen nehmen bei jungen Menschen zu, auch bei Studierenden.

Foto: Kaesler Media/stock.adobe.com
Foto: Kaesler Media/stock.adobe.com

Bei Studierenden steigt mit zunehmendem Alter das Risiko für eine Depression deutlich an. Ab einem Alter von 27 Jahren übersteigt die Inzidenz der Ersterkrankungen die der Nichtstudierenden. Das ergab die Auswertung der Routinedaten aus zwölf Jahren und 822 Millionen Abrechnungsfällen der Barmer GEK, die etwa zehn Prozent der Bevölkerung abdecken. Den Arztreport, der federführend vom aQua-Institut in Göttingen betreut wurde, stellte die Krankenkasse Ende Februar in Berlin vor.

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Das vorherrschende Bild der Studierenden, die bisher als weitgehend gesunde Gruppe galten, musste die Barmer GEK revidieren. Bei den Studierenden sei inzwischen mehr als jeder sechste (17 Prozent) von einer psychischen Diagnose betroffen, berichtete Prof. Dr. med. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer. Das entspricht rund 470 000 Menschen. „Die absoluten Zahlen sind beunruhigend“, sagte Straub. Vieles spreche dafür, dass es künftig noch deutlich mehr psychisch kranke junge Menschen geben werde, ergänzt Straub und beruft sich auf Schätzungen der Welt­gesund­heits­organi­sation.

Im 18. Lebensjahr erkrankten laut dem Arztreport 1,4 Prozent der Studierenden erstmals an einer Depression. Bei den Nicht-studierenden waren es 3,2 Prozent. Gut zehn Jahre später lag der Anteil bei den Studierenden bei 3,9 Prozent und bei den Nicht-studierenden bei 2,7 Prozent. Über den gesamten Beobachtungszeitraum (2005 bis 2016) ergab sich ein relativer Anstieg der Verordnung von Antidepressiva von 60 Prozent. Im Jahr 2016 erhielten von den gut sieben Millionen jungen Erwachsenen in Deutschland demnach 241 000 mindestens eine Antidepressiva-Verordnung.

Über die Ursachen können Straub und der Geschäftsführer des aQua-Instituts, Prof. Dr. med. Joachim Szecsenyi, nur Vermutungen äußern. „Gerade bei den angehenden Akademikern steigen Zeit- und Leistungsdruck kontinuierlich, hinzu kommen finanzielle Sorgen und Zukunftsängste“, sagte Straub. Nach Ansicht der Barmer liegt der richtige Ansatz in der Prävention. Es seien mehr niedrigschwellige Angebote erforderlich, die psychische Erkrankungen vermeiden und junge Erwachsene frühzeitig erreichen.

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