ArchivMedizin studieren1/2018Erkennen von Misshandlungsfolgen: Kinderschutz in der Lehre

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Erkennen von Misshandlungsfolgen: Kinderschutz in der Lehre

Medizin studieren, SS 2018: 30

Kietzell, Christina von; Heimberg, Linda

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Für eine gute Ausbildung zum Umgang mit Kindesmisshandlungen – dafür engagieren sich Studierende verschiedener medizinischer Fachrichtungen im Rahmen der Initiative „Viola“ der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd).

Foto: nickshot/stock.adobe.com
Foto: nickshot/stock.adobe.com

Ärzte und Pflegekräfte bekommen Einblicke in ein Familienleben. Für Säuglinge und Kleinkinder sind sie unter Umständen die einzigen Kontaktpersonen außerhalb der Familie. Daher sind sie im Kinderschutz von besonderer Bedeutung“, erläutert Linda Heimberg, Gründerin der ersten sogenannten Viola-Gruppe in Lübeck. Ihr Ziel der Initiative ist, Studierende für das Thema Kindeswohlgefährdung zu sensibilisieren, sie im Erkennen von Misshandlungsfolgen zu schulen und über die rechtlichen Bestimmungen bei Verdacht auf Kindesmisshandlung zu informieren.

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Entstanden ist die Projektidee 2016 auf einer Mitgliederversammlung der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd). Seither sind Viola-Lokalvertretungen in Frankfurt, Bochum, Heidelberg und Hamburg entstanden. Die Lokalvertretungen organisieren an ihren Universitäten regelmäßig Workshops, Film- und Diskussionsabende, um Studierende medizinischer Fachrichtungen auf den Umgang mit Kindeswohlgefährdung vorzubereiten. Ein weiteres wichtiges Anliegen des Projektes ist, die Zusammenarbeit zwischen medizinischer und nicht medizinischer Kinderhilfe zu verbessern. Dazu besuchen die Mitglieder von Viola lokale nicht medizinische Kinderhilfsorganisationen und ärztliche Kinderschutzgruppen. So wollen sie von der multidisziplinären Expertise lernen und eventuell bestehende Vorbehalte zwischen den verschiedenen Akteuren des Kinderschutzes abbauen. „Wir möchten die Lehre im Bereich Kinderschutz unterstützen und mit unserem Projekt zur Senkung der hohen Dunkelziffer bei Misshandlung in Deutschland beitragen“, sagt Christina von Kietzell, die das Projekt Viola in Frankfurt etabliert hat.

Darüber hinaus lebt das Projekt vom nationalen Austausch: Die Lokalvertretungen sind untereinander vernetzt und unterstützen sich gegenseitig. An Projektwochenenden entwickeln sie gemeinsam neue Ideen für ihre Projektarbeit.

Wichtig: Viola richtet sich nicht nur an Medizinstudierende. Es beteiligen sich auch Studierende der Psychologie und pflegerischer Studiengänge. Gemeinsam möchten sie mehr Sicherheit im Umgang mit schwierigen Kommunikationssituationen, Schweigepflicht und Kindeswohlgefährdung im klinischen Alltag vermitteln. „Jedes Kind hat einen Arzt“, so steht es auf den Plakaten von Viola und es ist wichtig, dass dieser auch die Verantwortung wahrnimmt, die aus Wissen resultiert.

Lust dabei zu sein und aktiv zu werden? Meldungen gerne an viola@bvmd.de.

Christina von Kietzell, Universität Frankfurt/Main; Linda Heimberg, Universität Lübeck

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