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Allgemeine Zahlen zur Häufigkeit von Gerinnungsstörungen bei Epistaxis liegen nicht vor. Bei Patienten, die wegen Epistaxis stationär aufgenommen wurden, ist in einer prospektiven Studie in 13 % eine Gerinnungsstörung nachgewiesen worden (1). Besonders das von-Willebrand-Syndrom, aber auch der erworbene Faktor-XIII-Mangel, der im Gegensatz zum angeborenen deutlich häufiger ist, scheinen eine bedeutende Rolle zu spielen; es ist jedoch nicht beschrieben, ob die Gerinnungsstörung die Ursache der Epistaxis war oder zu Komplikationen beziehungsweise zur Verlängerung des stationären Aufenthalts geführt hat (1). Auch nimmt sie nicht auf Thrombozytopathien Bezug. Thrombozytenfunktionsstörungen gehen nicht selten mit einer Epistaxis einher, lassen sich jedoch schwerer nachweisen. In der Studie wurde ein positiver Thrombozytenfunktionstest mit verändertem von-Willebrand-Faktor (vWF) als Gerinnungsstörung interpretiert. Hier fallen somit alle Thrombozytenfunktionsstörungen heraus.

Eine US-amerikanische, retrospektive Studie untersuchte Patienten mit von-Willebrand-Syndrom, die aufgrund von Blutungen in einer Notaufnahme vorgestellt worden waren: 8,7 % wiesen eine Epistaxis auf, von denen 50 % mit Desmopressin oder von-Willebrand-Faktor-Konzentrat behandelt wurden (2). Bei pädiatrischen Patienten, die wegen einer Epistaxis die Notaufnahme aufsuchten, lag der Anteil der Patienten mit Gerinnungsstörungen bei 4,5 % (3).

Insbesondere bei rezidivierender und beidseitiger Epistaxis unklarer Genese sollte an kongenitale oder erworbene Gerinnungsstörungen gedacht werden. Im Rahmen der Diagnostik sollte unter anderem eine zielgerichtete Anamnese und Familienanamnese hinsichtlich hämorrhagischer Diathesen erfolgen und gegebenenfalls eine erweiterte Gerinnungsdiagnostik, inklusive einer vWF-Diagnostik und Thrombozytenfunktionstestung (4). Bei Verdacht auf eine angeborene oder erworbene Gerinnungsstörung sollte in jedem Fall eine weitere hämostaseologische Abklärung und gegebenenfalls Therapieeinleitung erfolgen.

DOI: 10.3238/arztebl.2018.0250b

Prof. Dr. med. Andreas Dietz

Dr. med. Martin Sorge

Rafael Beck

HNO-Universitätsklinik Leipzig

andreas.dietz@medizin.uni-leipzig.de

Prof. Dr. med. Antonius Schneider

Institut für Allgemeinmedizin

TU München

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Taeumer T, de Greiff A, Scharrer I, Papaspyrou K, Mewes T, Mann W: Stellenwert von Gerinnungsstörungen bei Patienten mit Epistaxis. HNO 2011; 59: 582–7 CrossRef MEDLINE
2.
Livesey K, Yealy DM, Li J, Moore CG, Ragni MV: Von Willebrand disease in the emergency department. Haemophilia 2016; 22: 263–7 CrossRef MEDLINE
3.
Shay S, Shapiro NL, Bhattacharyya N: Epidemiological characteristics of pediatric epistaxis presenting to the emergency department. Int J Pediatr Otorhinolaryngol 2017; 103: 121–4 CrossRef MEDLINE
4.
Beck R, Sorge M, Schneider A, Dietz A: Current approaches to epistaxis treatment in primary and secondary care. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 12–22 VOLLTEXT
1.Taeumer T, de Greiff A, Scharrer I, Papaspyrou K, Mewes T, Mann W: Stellenwert von Gerinnungsstörungen bei Patienten mit Epistaxis. HNO 2011; 59: 582–7 CrossRef MEDLINE
2. Livesey K, Yealy DM, Li J, Moore CG, Ragni MV: Von Willebrand disease in the emergency department. Haemophilia 2016; 22: 263–7 CrossRef MEDLINE
3. Shay S, Shapiro NL, Bhattacharyya N: Epidemiological characteristics of pediatric epistaxis presenting to the emergency department. Int J Pediatr Otorhinolaryngol 2017; 103: 121–4 CrossRef MEDLINE
4.Beck R, Sorge M, Schneider A, Dietz A: Current approaches to epistaxis treatment in primary and secondary care. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 12–22 VOLLTEXT

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