ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2018Adipositas: Effekte mitnehmen
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Auch wenn beim Abnehmen häufig Rechenfehler (Überschätzen der Kalorien beim Sport sowie Unterschätzen der Kalorienaufnahme beim Essen) vorliegen, so trägt meiner Meinung nach Sport und Bewegung trotzdem maßgeblich zur Gewichtsreduktion bei. In meiner unmittelbaren Patientenbetreuung in der Adipositasbehandlung habe ich zudem Patienten kennengelernt, die ihr Gewicht hauptsächlich über ihr Trainingspensum regulieren. Die jeweiligen Trainingseffekte fallen hierbei recht individuell aus. Beim Krafttraining treten nachgewiesen im Vergleich zum Ausdauertraining sowohl Nachbrenneffekte als auch eine Erhöhung des Grundumsatzes auf. Wenn man bei den im Beitrag angegebenen Zahlen bleibt, kann das immerhin bis zu 150 kcal täglich ausmachen. Bei einem Energiedefizit von 500 kcal, die laut Deutsche Adipositas-Gesellschaft eingespart werden sollten, macht dies immerhin 30 % aus, die ohne weitere Anstrengung und Zeitinvestition zusätzlich zum eigentlichen Training eingespart werden. Warum also diese Effekte nicht mitnehmen? Soweit der Gesundheitszustand des Patienten es zulässt, sollte das Training möglichst intensiv sein, um einen maximalen Kalorienverbrauch zu erhalten und gleichzeitig Zeit einzusparen – Stichwort hier ist das High-Intensity-Interval-Training, nicht grundlos aktuell in aller Munde. Doch wie so oft liegen auch in der Adipositasbehandlung Welten zwischen Theorie und Praxis. Erfährungsgemäß ist es erst mal wichtig, seine Patienten überhaupt zu einer Form von Bewegung zu motivieren. Wichtig ist in erster Linie der Spaßfaktor, damit der Patient auch langfristig im wahrsten Sinne des Wortes am Ball bleibt. Ein Feintuning kann im Nachhinein immer noch erfolgen.

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