ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2018Koalitionsvertrag: Gefahr für Kassenpatienten
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Die Idee, die Sprechstundenzeiten von 20 auf 25 Stunden zu erhöhen, gefährdet die ärztliche Versorgung der pflegebedürftigen Kassenpatienten!

Wir sind eine Praxis, die sogar als Zulassungauflage eine besondere Versorgung geriatrischer Patienten sicherstellen soll. Wir haben eine Struktur geschaffen, die es uns ermöglicht, zur Zufriedenheit der Patienten und des Pflegepersonals mehrere Hundert Patienten in stationärer Pflege beziehungsweise in Pflegewohngruppen fachärztlich zu betreuen – mit Ausnahme von weniger als einem Prozent Versicherten im Basistarif der PKV und wenigen BG-Fällen sind dies alles Kassenpatienten.

Dafür setzen wir gut die Hälfte unserer ärztlichen Arbeitszeit ein. Schon jetzt überschreiten wir unser Quartalszeitbudget regelmäßig (da wir durch gute Vorbereitung im Durchschnitt etwas weniger als die kalkulierten Zeiten für den Hausbesuch brauchen ...).

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Leider werden diese regelmäßig angesetzten Visitenzeiten in Pflegeheimen nicht als „Zeit für Kassenpatienten“ wahrgenommen, das heißt, das Sprechstundenkontingent müssen wir zusätzlich erbringen.

Mit der Erhöhung des Sprechstundenkontingentes zwingen sie uns, die Haus- und Heimbesuche erheblich zu reduzieren!

Dies wird zur prekären Situation bei der (fach)-ärztlichen Versorgung von pflegebedürftigen Patienten führen. Neben den Hausärzten werden insbesondere Nervenärzte, Urologen, Hautärzte, Diabetologen, HNO-Ärzte regelmäßig in Heimen tätig.

Auch ein weiterer Punkt wird die Versorgung der Heimpatienten erheblich behindern – der Zwang zum Onlineabgleich der Versichertenkarten!

Schon jetzt verbrauchen wir mehrere Arbeitstage der Mitarbeiter für die „Karteneinleserunden“ zu Beginn des Quartals. Denn Medikamente/Heilmittelverordnungen gehen nicht „synchron“ mit den geplanten Visiten.

Wir haben in den letzten Jahren fünf mobile Kartenlesegeräte angeschafft – mit Gematik-Siegel – für die eGK ...., die jetzt angeblich alle nicht mehr gut genug sind, weil die Spezifikationen zum x-ten Mal geändert wurden – und das alles für den Abgleich der medizinisch ach so substanziellen Krankenversichertenstammdaten.

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