ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2018AOK-Untersuchung: Gestreckte Krebsmedikamente hatten Einfluss auf Krankheitsverlauf

AKTUELL

AOK-Untersuchung: Gestreckte Krebsmedikamente hatten Einfluss auf Krankheitsverlauf

Dtsch Arztebl 2018; 115(14): A-624 / B-544 / C-544

dpa

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Krebsmedikamente sollen von einem Apotheker in Bottrop jahrelang bewusst falsch hergestellt worden sein. Foto: dpa
Krebsmedikamente sollen von einem Apotheker in Bottrop jahrelang bewusst falsch hergestellt worden sein. Foto: dpa

Patienten, die im Bottroper Apothekerskandal mutmaßlich gestreckte Krebsmedikamente erhalten haben, sind im Unterschied zu anderen Krebskranken häufiger und stärker mit negativen Folgen im Krankheitsverlauf konfrontiert worden. Das hat die AOK Rheinland/Hamburg mitgeteilt. Die Krankenkasse bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Der Bottroper Apotheker Peter S. ist vor dem Landgericht Essen angeklagt, jahrelang Krebsmedikamente für mehrere Tausend Erkrankte in Nordrhein-Westfalen gestreckt zu haben. Der Skandal war 2016 bekannt geworden. Die AOK Rheinland/Hamburg hatte nun Daten von Patienten, die ihre Arzneimittel dort bezogen, mit denen verglichen, die von anderen Apotheken versorgt wurden. Demnach deutet die Auswertung darauf hin, dass Patienten mit den Krebsmitteln aus der Bottroper Apotheke schlechtere Heilungschancen hatten. Das hatten das Recherchezentrum Correctiv.Ruhr und die Rheinische Post berichtet. Die Sterblichkeit sei bei den Kunden der Bottroper Apotheke höher als in der Vergleichsgruppe. Von den Frauen mit Brustkrebs hätten mehr einen schweren Rückfall erlitten, wenn sie die gestreckten Substanzen aus Bottrop nahmen. Für die Datenanalyse wurden 170 Leidenswege von Patienten mit Brustkrebs, Leukämie und Lymphomen rekonstruiert, die ihre Medikamente aus Bottrop erhielten. Experten der Krankenkasse verglichen die Angaben mit denen von rund 13 000 AOK-Versicherten, die Krebsarzneimittel woanders bezogen. Die Fallstudie sei aber nur eine interne Analyse und enthalte zunächst nur Hinweise, betonte die AOK. Für mehr Aussagekraft werde eine breitere Datenbasis benötigt, an der sich weitere Krankenkassen beteiligen müssten.

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema