ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2018Medikationsplan: Alles auf Anfang
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Der Zwang zur Verwendung des BMP hat die Arzneimittelsicherheit nicht verbessert. Niedergelassen seit Oktober 1998, habe ich den ältesten EDV-gestützt erstellten Medikationsplan in meiner Praxis im Jahr 2000 archiviert. Der Umfang der Funktionalitäten, welche das Praxisverwaltungsprogramm im Laufe der Jahre zur Pflege des Medikationsplans zur Verfügung gestellt hat, waren umfangreich und hochkomfortabel. Sie haben erheblich zur Verordnungssicherheit beigetragen.

Mit der Umstellung auf den BMP ist „alles auf Anfang“: Automatische Übernahme von verordneten Medikamenten: Fehlanzeige! Berechnung des korrekten Verordnungsintervalls zur Überprüfung der Therapieadhärenz: Nicht mehr möglich! Archivierung von früher verordneten Medikationen mit Dokumentation des Absetzgrundes: Nicht vorgesehen. Selbst die Darreichungsform des Medikamentes muss seit Neuestem von Hand eingepflegt werden. Die einzige Innovation gegenüber dem im Praxisverwaltungsprogramm implementierten Medikationsplan stellt derzeit der Barcode dar.

Alles in allem besteht für Patienten mit BMP ein Verlust an Therapie- und Verordnungssicherheit, erkauft mit einem Plus an administrativem Aufwand. Wie schon so oft, wenn funktionierende Systeme von staatlicher-/Funktionärsseite auf Vordermann gebracht werden.

Anzeige

Danke ans BMG, ich warte gespannt auf die nächste Verbesserung!

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Stellenangebote