ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2018Beta-2-Sympathomimetika: Asthma-Medikamente können Frauen unfruchtbar machen

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Beta-2-Sympathomimetika: Asthma-Medikamente können Frauen unfruchtbar machen

Dtsch Arztebl 2018; 115(14): A-653 / B-566 / C-567

Meyer, Rüdiger

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Foto: pixarno/stock.adobe.com
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Behandeln Frauen ihre Asthma- Symptome mittels Beta-2-Sympathomimetika mit kurzer Wirkdauer (SABA), benötigen sie länger als andere Frauen, um schwanger zu werden. Dies ist das Ergebnis einer Kohortenstudie, die im European Respiratory Journal veröffentlicht wurde. Die Kombination aus einem Beta-2-Sympathomimetikum mit langer Wirkdauer (LABA) und einem inhalativen Glukokortikoid (ICS) hatte dagegen keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit (1). 5–10 % aller Frauen leiden an Asthma bronchiale, das eine der häufigsten chronischen Erkrankungen im gebärfähigen Alter ist. Schon länger vermutet man, dass die Erkrankung die Fertilität beeinträchtigt.

Ein Team um Luke Grzeskowiak vom Robinson Research Institute in Adelaide hat daher die Daten einer umfangreichen Schwangerschaftsstudie ausgewertet („Screening for Pregnancy Endpoints“ oder SCOPE). Dazu gehörte auch eine exakte Medikamentenanamnese sowie die Frage, wie lange es dauerte, bis die Frauen schwanger wurden.

Von 5 617 Teilnehmerinnen der Studie gaben 1 106 eine Asthmadiagnose an: 656 waren aktuell deswegen in Therapie, die anderen 450 waren ehemalige Asthmatikerinnen. Alle Asthmatikerinnen hatten mehr Zeit benötigt, um schwanger zu werden, als diejenigen Teilnehmerinnen, die nicht unter Asthma litten.

Jene Frauen, die zur Behandlung ihres Asthmas einzig SABA verwendeten, benötigten zu 30 % häufiger mindestens 12 Monate oder länger, um schwanger zu werden (adjustierte Odds Ratio: 1,30; 95-%-Konfidenzintervall: 0,93-1,81). Bei einer Asthmatherapie mit LABA plus ICS-Kombination war kein signifikanter Rückgang der Fruchtbarkeit nachweisbar (OR. 1,08; KI: 0,69-1,71).

Fazit: Die Studie sollte nach Ansicht von Grzeskowiak Asthmatikerinnen mit Kinderwunsch motivieren, die verordnete Therapie fortzusetzen, da zu deren Basis heute auch ICS gehört. LABA würde lediglich die Symptome kontrollieren, während die Kombination aus LABA plus ICS auch die zugrunde liegende Entzündungsreaktion abschwächt. Bei Frauen mit Asthma infiltrierten Entzündungszellen vermehrt die Uterusschleimhaut. Dies vermindert die Chancen für eine Implantation.

  1. Luke E, et al.: Asthma treatment impacts time to pregnancy: evidence from the international SCOPE study. European Respiratory Journal 2018; 51:1702035.

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