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Die als Reaktion auf den Beitrag von Heinz Naegler und mir im Deutschen Ärzteblatt (1) abgedruckten Kommentare stützen durchgehend unsere Ergebnisse und unser Anliegen. Kritik wird allenfalls dahingehend geäußert, dass unser Beitrag gemessen an den „unerträglichen Verhältnissen“ eher noch zu vorsichtig formuliert ist. Der Grund für unsere Zurückhaltung liegt darin, dass nach unserer Ansicht trotz einer sehr problematischen Fehlentwicklung im deutschen Krankenhauswesen die Versorgung der Patienten im internationalen Vergleich doch als relativ gut angesehen werden kann.

Weitere in der Studie nicht extra erwähnte Beispiele werden angeführt, wie „die vernachlässigte Implementierung palliativmedizinischer Versorgungsstrukturen in den bundesdeutschen Kliniken und Pflegeheimen“, die nach Ansicht des Verfassers die Träger zu viel kostet und zu wenig Erlös einbringt. Der Hinweis eines Kardiologen, dass die in einem unserer Interviews erwähnte „Grauzone der Indikationsstellung“ besser als eine „Schwarzzone“ zu bezeichnen wäre, wird von ihm mit Beispielen belegt, was sich mit unseren Ergebnissen deckt. Auch der Hinweis auf die für junge Ärzte desillusionierenden wirtschaftlichen Einflussnahmen auf ärztliche Entscheidungen kann nur bestätigt werden.

Der Beitrag im Deutschen Ärzteblatt, der zeitgleich mit einer öffentlichen Abschlussveranstaltung unseres Forschungsprojekts in Bremen gedruckt wurde, löste eine Welle der Berichterstattung in Presse, Rundfunk und Fernsehen aus. In der Folge berichteten uns viele Ärztinnen und Ärzte von Fällen, die unsere Studienergebnisse bestärken. Kritik bezog sich auch hier lediglich darauf, dass unsere Formulierungen nicht scharf genug seien. Reaktionen seitens der Geschäftsführer gab es keine. Lediglich zwei Krankenhausverbände äußerten sich kritisch in dem Sinne, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.

Heinz Naegler und ich wurden inzwischen zu vielen Veranstaltungen von Kliniken, Hochschulen, Kongressen, Medizinischen Fachverbänden, Ethik-Komitees oder wissenschaftlichen Einrichtungen eingeladen. Die Resonanz ist durchgehend positiv. Politik und organisierte Ärzteschaft werden – wie in den Leserkommentaren – aufgefordert, Bedingungen schaffen, die der Ärzteschaft und den Pflegenden eine Arbeit gemäß ihrer berufsethischen Standards ermöglichen. Der gesamte Forschungsbericht (Umfang circa 300 Seiten) erscheint in diesen Tagen (2).

DOI: 10.3238/arztebl.2018.0268

Für die Autoren

Prof. Dr. rer. pol. Dr. med. Karl-Heinz Wehkamp

Socium-Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik

Universität Bremen

karl.wehkamp@t-online.de

Interessenkonflikt

Die Autoren aller Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Wehkamp KH, Naegler H: The commercialization of patient-related decision-making in hospitals—a qualitative study of the perceptions of doctors and chief executive officers. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 797–804 VOLLTEXT
2.
Naegler H, Wehkamp KH: Medizin zwischen Patientenwohl und Öko­nomi­sierung. Berlin: Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 2018.
1.Wehkamp KH, Naegler H: The commercialization of patient-related decision-making in hospitals—a qualitative study of the perceptions of doctors and chief executive officers. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 797–804 VOLLTEXT
2.Naegler H, Wehkamp KH: Medizin zwischen Patientenwohl und Öko­nomi­sierung. Berlin: Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 2018.

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