ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2018Psychotherapeutische Vergütung: Strukturzuschlag vor dem Bundesverfassungsgericht

AKTUELL

Psychotherapeutische Vergütung: Strukturzuschlag vor dem Bundesverfassungsgericht

PP 17, Ausgabe April 2018, Seite 149

Bühring, Petra; EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Mit der Systematik der Strukturzuschläge für die Einstellung von Personal in Praxen muss sich das Bundesverfassungsgericht befassen. Wie die Deutsche Psychotherapeuten-Vereinigung (DPtV) und der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) mitteilten, haben Musterkläger Verfassungsbeschwerden eingereicht.

Hintergrund ist ein Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) vom 11. Oktober 2017. Dieses hatte einen Strukturzuschlag für rechtens erklärt, der nur den überdurchschnittlich ausgelasteten Praxen zugutekommt. Beschlossen hatte dies der Erweiterte Bewertungsausschuss im September 2015. Das BSG sei damit von seiner bisherigen Rechtsprechung zur angemessenen Vergütung psychotherapeutischer Leistungen abgewichen, die eine einheitliche Vergütung je Zeiteinheit vorsah (Az.: B 6 KA 35/17 R), erklärten DPtV und bvvp. „Bereits die vom BSG seit 1998 zugrunde gelegte maximale Auslastung einer psychotherapeutischen Praxis ist zu hoch angesetzt und wird lediglich von rund zwei Prozent der Psychotherapeuten erreicht“, kritisierte die Bundesvorsitzende der DPtV, Barbara Lubisch. Sie spricht von einer Ungleichbehandlung der psychotherapeutisch tätigen Fachgruppen. Ein Therapeut muss nach der BSG-Rechtsprechung mit maximalem Arbeitseinsatz mindestens so viel verdienen können wie ein Facharzt einer unteren Einkommensgruppe im Durchschnitt. „Faktisch werden wir seit 20 Jahren auf dieses Mindesthonorar als Maximalhonorar heruntergerechnet“, kritisierte Benedikt Waldherr, Bundesvorsitzender des bvvp. PB/EB

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema