ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2018QM-Ratgeber: Fortbildung ist Teil von Qualitätsmanagement

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QM-Ratgeber: Fortbildung ist Teil von Qualitätsmanagement

Dtsch Arztebl 2018; 115(15): A-724 / B-622 / C-622

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In kaum einer Wissenschaft ist die Halbwertszeit des aktuellen Wissens so gering wie in der Medizin. Schätzungen besagen, dass sie unter fünf Jahren liegt. Eine kontinuierliche Sicherung und Weiterentwicklung der beruflichen Kompetenz besitzt daher für Ärzte, Praxisteams und Pflegekräfte eine herausragende Bedeutung.

Die Verpflichtung zu einer kontinuierlichen Fortbildung und der Nachweis darüber sind als Qualitätskriterium der medizinischen Versorgung in verschiedenen Rechtsnormen verankert, allen voran in den ärztlichen Berufsordnungen und im Sozialgesetzbuch 5. Buch (SGB V).

Das Thema Fortbildung ist Teil von Qualitätsmanagement (QM). Die QM-Richtlinie des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses definiert dazu: „Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen regelmäßig an Fortbildungen mit unmittelbarem Bezug zur eigenen Tätigkeit teilnehmen. Art und Umfang der Fortbildungs- bzw. Schulungsmaßnahmen werden mit der Leitung einer Einrichtung abgestimmt und in ein auf die Mitarbeiterin und den Mitarbeiter abgestimmtes Konzept eingebunden.“

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Sowohl in der Praxis als auch im Krankenhaus muss die Leitung gewährleisten, dass alle Mitarbeitenden über das für ihre Aufgabenerfüllung erforderliche Wissen verfügen, dass dieses aufrechterhalten und in notwendigem Umfang vermittelt wird.

Die DIN EN ISO 9001:2015 verfolgt zum Beispiel einen kompetenzorientierten Ansatz. Die Organisation (Praxis, MVZ, Krankenhaus und so weiter) muss

– die erforderlichen Kompetenzen aller dort Tätigen bestimmen,

– sicherstellen, dass diese Personen auf der Grundlage einer angemessenen Ausbildung, Schulung oder Erfahrung kompetent sind,

– Maßnahmen einleiten, um die erforderliche Kompetenz zu erwerben und

– dies entsprechend dokumentieren.

Kompetenz bedeutet die Fähigkeit, Planungen umzusetzen und durch Ergebnisse Ziele zu erreichen. Das heißt, dass jeder an der Versorgung Beteiligte sich seiner Rolle und der Bedeutung seines Handelns bewusst sein muss sowie über die dafür erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten verfügt und Verantwortlichkeiten und Befugnisse klar geregelt sind.

In dem von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung speziell für Praxen und MVZ entwickelten QM-System QEP – Qualität und Entwicklung in Praxen® ist das Thema im Kapitel Mitarbeiter und Fortbildung mit verschiedenen Qualitätszielen verortet. Das betrifft zum Beispiel die Einarbeitung neuer Mitarbeiter, Teambesprechungen, eine praxisbezogene Fortbildung und Qualifizierung sowie das kollegiale Lernen von Ärzten in Qualitätszirkeln oder Peer-Review-Verfahren.

Fachärzte müssen innerhalb eines Fünfjahreszeitraums Fortbildungen in einem Umfang von mindestens 250 Fortbildungspunkten absolvieren und dies in der Regel durch ein Zertifikat der Ärztekammern nachweisen. Dabei sind sie in der Wahl der Fortbildungsmaßnahmen im Wesentlichen frei. KBV

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