ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2018Christian Haass: Den Ursachen der Alzheimer-Erkrankung auf der Spur

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Christian Haass: Den Ursachen der Alzheimer-Erkrankung auf der Spur

Dtsch Arztebl 2018; 115(15): A-721 / B-619 / C-619

Krüger-Brand, Heike E.

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Christian Haass, Foto: Ludwig-Maximilians-Universität München
Christian Haass, Foto: Ludwig-Maximilians-Universität München

Prof. Dr. rer. nat. Christian Haass vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen und Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München erhält mit drei weiteren Neurowissenschaftlern den „Brain Prize 2018“ der Lundbeck Foundation in Dänemark. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von einer Million Euro verbunden. Neben Haass werden Bart De Strooper (London und Leuven), Michel Goedert (Cambridge) und John Hardy (London) für ihre Forschungen zur genetischen und molekularen Grundlage der Alzheimer-Krankheit ausgezeichnet.

Als Haass 1990 mit der Erforschung der Alzheimer-Krankheit begann, konzentrierte er sich auf die Erzeugung und Verstoffwechselung von Amyloid. Er untersuchte den Ablauf der Ereignisse, angefangen beim Amyloid und gefolgt von der Entwicklung von Plaques und Neurofibrillen, die letztendlich zum Tod von Gehirnzellen führen und das Gedächtnis löschen. Haass stellte die neue Hypothese auf, dass die Amyloidproduktion nicht notwendigerweise Teil des pathologischen Prozesses sei. Diese Erkenntnis hat seither zur Entwicklung von Therapien zur Senkung der Amyloidproduktion bei Patienten geführt.

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Kürzlich generierte der Forscher Mausmodelle, um Entzündungen bei neurodegenerativen Erkrankungen zu untersuchen. Er stellte fest, dass genetische Mutationen die Funktion spezieller Immunzellen – der Microglia – im Gehirn verändern und dies zum Ausbruch von Alzheimer führen kann. Dies ermöglicht neue Therapieansätze durch Modulation der Microglia-Aktivität. Heike E. Krüger-Brand

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