PHARMA

Kurz informiert

Dtsch Arztebl 2018; 115(15): A-713

EB; kwl; mwl; Scheffler, Alexander

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Undichte Spritzen bei einigen Impfstoffen – GSK informiert über eine mögliche Undichtigkeit von Spritzen bei der Impfstoffvorbereitung (Rekonstitution) oder Impfstoffverabreichung, die an der Verbindungsstelle von Nadel und Spritze beobachtet wurde. Die Häufigkeit liegt bei 2,6 von 100 000 vertriebenen Impfstoffdosen. Die Sterilität der Spritzen ist nicht beeinträchtigt. Folgende Produkte sind betroffen: Boostrix®, Boostrix® Polio, Encepur® Erwachsene, Encepur® Kinder, Engerix®-B Erwachsene, Engerix®-B Kinder, Fendrix®, Havrix® 1440, Havrix® 720 Kinder, Infanrix®, Infanrix® IPV+Hib, Infanrix hexa®, Tetanol® pur, Twinrix® Erwachsene, Twinrix® Kinder.

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Das Austreten des Impfstoffes aus der undichten Spritze könnte zu einer Unterdosierung führen, sodass die zu impfende Person nicht ausreichend vor der Erkrankung geschützt ist. Nach einer Überprüfung von Pharmakovigilanzdaten liegen aktuell keine Hinweise zu einem Impfversagen und keine anderen Sicherheitsbedenken für die zu impfende Person vor.

Falls bei der Rekonstitution eine Undichtigkeit auftritt, sollte die Spritze verworfen werden. Sollte während der Verabreichung eine Undichtigkeit festgestellt werden, kann der Arzt entscheiden, ob die zu impfende Person erneut geimpft werden sollte. EB

Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 17–2018

COPD erfordert frühe maximale Bronchodilatation – Die Therapie der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) erfordert eine frühe maximale Bronchodilatation, um den Teufelskreis aus Symptomverschlechterung und zunehmender Dekonditionierung zu durchbrechen, unter dem viele Patienten leiden. Sowohl das aktuelle GOLD-Positionspapier als auch die neue deutsche COPD-Leitlinie empfehlen, Kombinationen aus einem langwirksamen Anticholinergikum (LAMA) und einem langwirksamen Beta-2-Agonisten (LABA) früher als bisher einzusetzen.

Eine effektive Therapieoption für Patienten mit COPD kann die Fixkombination aus dem LAMA Tiotropium und dem LABA Olodaterol als Spiolto® Respimat® zur Verfügung. Im umfassenden Studienprogramm TOviTO® zeichnete sich diese Fixkombination durch eine hohe Wirksamkeit in vielen patientenrelevanten Komponenten der COPD aus. Patienten, die mit Tiotropium/Olodaterol 5/5 µg behandelt wurden, zeigten deutliche Verbesserungen ihrer Atemnot, ihrer Lungenfunktion und ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus zeichnet sich Tiotropium/Olodaterol 5/5 µg durch ein gutes Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil aus. Nicht zuletzt berichteten die Patienten über eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität. kwl

Wer, Wann Was – Update zur Therapie von COPD-Patienten, DGP-Dresden, Veranstalter: Boehringer Ingelheim

Fiasp® bei schwer einzustellendem Diabetes mellitus – Das ultrakurz wirksame Insulin Fiasp® (Faster Insulin Aspart, Novo Nordisk) hat sich in der Praxis insbesondere bei Menschen mit schwer einzustellendem Diabetes mellitus bewährt. Aufgrund der um ein Drittel gesteigerten Monomerfraktion flutet es doppelt so schnell an wie Insulin aspart. Innerhalb der ersten 30 Minuten führt es zu einer doppelt so hohen Insulinexposition sowie zu einer um 74 Prozent gesteigerten Insulinwirkung. Postprandiale Glukoseexkursionen lassen sich somit ohne erhöhtes Hypoglykämierisiko gezielt korrigieren.

Die bessere Steuerbarkeit des Blutzuckers vor und während körperlicher Aktivität sowie das raschere Reagieren auf Korrekturboli münden laut Dr. Marcel Kaiser, Frankfurt, bei Typ-1- wie bei Typ-2-Diabetes in eine deutliche Verbesserung des HbA1c. Da die schnellere Insulinwirkung zu einer verbesserten Hemmung der hepatischen Glukoseproduktion beiträgt, können auch problematische, ansonsten nur schwer zu korrigierende Blutzuckerverläufe bewältigt werden, die bei Typ-2-Diabetes häufig nach dem Frühstück entstehen. Die kurzzeitige Korrektur des Blutzuckers schafft somit in ihrer Dynamik die Voraussetzung für den langfristigen Erfolg des insgesamt eingeschlagenen Therapieregimes. mwl

Fachpressekonferenz zu Insulin aspart (Fiasp), Veranstalter: Novo Nordisk

EU-Zulassung von Hemlibra® bei Hämophilie A – Seit Ende Februar steht mit dem monoklonalen bispezifischen Antiköper Emicizumab (Hemlibra®) für Patienten aller Altersgruppen mit Hämophilie A und Hemmkörpern gegen den Gerinnungsfaktor VIII (FVIII) ein Medikament zur Routine-Prophylaxe von Blutungen zur Verfügung. Die Phase-III-Zulassungsstudien HAVEN 1 und HAVEN 2 belegen, dass durch die Anwendung von Emicizumab sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern erheblich weniger Blutungen auftreten.

So reduzierte sich die jährliche Rate behandelter Blutungen im Rahmen der Antikörpertherapie bei Erwachsenen um 87 Prozent im Vergleich zu Patienten, die keine Prophylaxe erhalten hatten (p < 0,0001). Laut einer Interimsanalyse der HAVEN-2-Studie traten bei 87 Prozent der Kinder (bis 12 Jahre) überhaupt keine behandelten Blutungen auf.

Emicizumab ahmt die Funktion von FVIII nach, ist dabei jedoch unabhängig von FVIII-Inhibitoren. Aufgrund seiner Halbwertszeit von 28 bis 34 Tagen muss der Antikörper nur einmal wöchentlich subkutan verabreicht werden. Dadurch kann die Prophylaxe mit Emicizumab die Lebensqualität von Patienten, die zuvor bis zu zweimal täglich intravenös Medikamente erhalten mussten, deutlich verbessern. as

Hemlibra – Eine neue Option für die Therapie der Hämophilie A, Veranstalter: Roche

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