ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2018Depression: IQWiG findet keinen Nutzen von Screenings

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Depression: IQWiG findet keinen Nutzen von Screenings

Hillienhof, Arne

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Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat Vor- und Nachteile von Depressionsscreenings untersucht, konnte jedoch keinen eindeutigen Nutzen nachweisen. Für die Analyse werteten die IQWiG-Wissenschaftler sieben Studien aus. Sie verglichen Teilnehmer, die einen Screeningtest absolvierten und gegebenenfalls anschließend behandelt wurden, mit solchen, die keinen Test machten. Problematisch war, dass fünf der sieben Studien aus Japan stammten, die sich laut Institut nicht auf Deutschland übertragen lassen. Die beiden verbleibenden Studien wurden in Kanada und den USA jeweils in einem hausärztlichen Setting vorgenommen. Insgesamt konnte das IQWiG laut Vorbericht keine Grundlage für die Einführung der Screenings ausmachen. Noch bis zum 4. Mai 2018 können Stellungnahmen zu dem Vorbericht des IQWiG abgegeben werden.

Bei den Screeningtests handelt es sich um Fragebögen, die von den Patienten selbst ausgefüllt werden – mit oder ohne Unterstützung durch medizinisches Personal. Diese Tests können Hinweise auf die Erkrankung geben, sind jedoch kein Ersatz für eine Diagnose. Und obwohl sie eine frühzeitige Diagnose erleichtern und damit die Behandlungsmöglichkeiten verbessern können, bergen sie laut IQWiG auch Gefahren. So könnten beispielsweise falsch-positive Ergebnisse Betroffene unnötig belasten sowie Patienten mit leichten Depressionen unter Umständen unter den Nebenwirkungen von Psychopharmaka leiden, die sie eigentlich gar nicht benötigten. Bei knapp zwölf Prozent aller Erwachsenen in Deutschland wird im Laufe ihres Lebens eine Depression diagnostiziert. Aktuelle Leitlinien sehen vor, dass diese zumindest ärztlich aktiv beobachtet wird. In der Regel werden Patienten mit Medikamenten oder Psychotherapie oder einer Kombination aus beiden behandelt. hil

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