ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2018Studie: Wann Arbeit in der Freizeit für Erholung sorgt

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Studie: Wann Arbeit in der Freizeit für Erholung sorgt

Dtsch Arztebl 2018; 115(15): [4]

SG

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Arbeit in der Freizeit kann unter bestimmten Umständen förderlich für die Erholung sein. Das jedenfalls haben Psychologen in einer dreimonatigen Tagebuchstudie herausgefunden. Sie untersuchten, wie sich das Beschäftigen mit unerledigten Aufgaben am Wochenende auswirkt.

„Erholung und Arbeit am Wochenende schließen sich keinesfalls aus und können mit einer gelungenen Work-Life-Balance vereinbar sein“, resümiert Oliver Weigelt, Organisations- und Personalpsychologe von der Universität Rostock und Hauptautor der Studie. Unerledigtes erschwere das gedankliche Abschalten von der Arbeit in der Freizeit und rege zum Weiterarbeiten an. Gelinge es in der Freizeit, mit den unerledigten Aufgaben voranzukommen, könne man die verbleibende Freizeit umso mehr genießen.

Foto: Zarya Maxim/stock.adobe.com

Die Forscher ließen 83 Berufstätige aus unterschiedlichen Branchen, die nebenbei Psychologie studierten, über drei Monate hinweg jeden Freitag und Montag Tagebuch führen. Freitags sollten sie ihre unerledigten Aufgaben notieren. Montags sollten sie angeben, ob sie im Verlauf des Wochenendes gearbeitet hatten und wie sie sich erholt hatten. Diejenigen, die gearbeitet hatten, dokumentierten zudem die Gründe für das Arbeiten und inwieweit sie zum Beispiel unerledigte Aufgaben abschließen konnten. Ein Ergebnis: Berufstätige, die zu Beginn des Wochenendes besonders viele unerledigte Aufgaben notierten, konnten sich schlechter erholen. Allerdings gelang ihnen die Erholung und insbesondere das Abschalten von der Arbeit insgesamt besser, wenn sie über das Wochenende einige oder sogar alle Aufgaben erledigen konnten.

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„Wer auf seine Work-Life-Balance achten, aber dennoch am Wochenende arbeiten möchte, tut gut daran, Aufgaben abzuschließen, sich also in einer produktiven Weise mit der Arbeit zu befassen“, schlussfolgert Christine Syrek, Vertretungsprofessorin für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Bamberg. Die Studie wurde im International Journal of Environmental Research and Public Health veröffentlicht (doi: 10.3390/ijerph14121606). sg

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