ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2018Behandlungsfehler: Patientenbeauftragte für Überprüfung der Beweislast

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Behandlungsfehler: Patientenbeauftragte für Überprüfung der Beweislast

Dtsch Arztebl 2018; 115(15): A-679 / B-589 / C-589

Maybaum, Thorsten

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Die Patientenbeauftragte sieht Patienten im Beweisverfahren benachteiligt. Foto: dpa
Die Patientenbeauftragte sieht Patienten im Beweisverfahren benachteiligt. Foto: dpa

Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Ingrid Fischbach, plädiert dafür, die Regeln für Nachweise von Behandlungsfehlern auf den Prüfstand zu stellen. „Um für einen gerechten Ausgleich zwischen Patienten und Behandlern zu sorgen, sollte das Beweismaß für den Ursachenzusammenhang zwischen Fehler und Gesundheitsschaden auf die überwiegende Wahrscheinlichkeit abgesenkt werden“, erklärte sie. So ließen sich bestehende Ungerechtigkeiten im Kern beseitigen. Fischbach zufolge muss die Politik dafür sorgen, dass Patienten, die Opfer eines Behandlungsfehlers werden, ihre Ansprüche auf Schadenersatz und Schmerzensgeld auch effektiv durchsetzen können. „Patienten schildern mir aber zu oft, dass sie darauf verzichten wollen, solche Ansprüche geltend zu machen, weil sie davon ausgehen, ein solches Verfahren nicht gewinnen oder nicht durchstehen zu können“, sagte sie. Solche Fälle tauchten in keiner Statistik auf.

Die Patientenbeauftragte mahnte, niemand dürfe sich in den Bemühungen um die Patientensicherheit auf dem Erreichten ausruhen. Alle Beteiligten müssten weiter mit Nachdruck daran arbeiten, Qualität und Transparenz über die Qualität der Versorgung zu stärken. Zwar habe sich die Patientensicherheit in den vergangenen Jahren enorm entwickelt, trotzdem müsse allen klar sein, dass Fehler in der medizinischen Behandlung immer gravierende, sogar existenzielle Folgen haben könnten, so Fischbach. may

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