ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2018Suizidbeihilfe: Unantastbar
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„Die Würde des Menschen ist unantastbar“? Wenn ich im Laufe meines Lebens zur Besinnung komme, finde ich mich in einer Situation vor, die ich mir nicht ausgesucht habe. Wenn sie mir nicht gefällt, „darf“ ich gehen – Suizid ist nicht strafbar. So weit gut.

Nun möchte ich einfach einschlafen und nicht mehr aufwachen – was mir Patienten auch genau so sagen – zum Beispiel mit Pentobarbital-Natrium. Nein, das geht nicht – er muss vom Dach springen, er muss sich ins Herz schießen usw.

Wieso eigentlich? Wen außer mir allein geht es an, wie ich sterben will? Welche Gottesanbeter oder sonstige Moralapostel maßen sich an, mir da etwas vorzuschreiben bzw. vorzuenthalten? Wenn ich einschlafe und sterbe, schade ich niemandem. Niemand ist gezwungen, es auch zu tun.

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Solange es aber Leute gibt, die meinen, mir hierzu Vorschriften machen zu dürfen, solange ist meine Würde als Mensch sehr wohl angetastet. Alles andere ist Heuchelei.

Dr. med. Dr. phil. J. Kirschbaum, 53343 Wachtberg

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Marki
am Montag, 4. Juni 2018, 19:01

Würdiger Weltwechsel

Am würdigsten und für die Angehörigen am erträglichsten finde ich es immer noch wenn der Höchste und der Mächtigste, der Erste und der Letzte, der Herr der Herren, der Schöpfer und der Erlöser den jeweiligen Zeitpunkt des Weltwechsels von uns Menschen bestimmen darf.

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