ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2018Antibiotika: Viele junge Erwachsene erwarten die Verordnung

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Antibiotika: Viele junge Erwachsene erwarten die Verordnung

Dtsch Arztebl 2018; 115(15): A-682 / B-590 / C-590

Hillienhof, Arne

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Einen Bewusstseinswandel bei Antibiotika mahnt die DAK-Gesundheit an. Foto: dpa
Einen Bewusstseinswandel bei Antibiotika mahnt die DAK-Gesundheit an. Foto: dpa

Trotz vieler Aufklärungskampagnen erwarten viele Patienten offenbar weiterhin, dass ihnen Ärzte Antibiotika verschreiben, wenn ihre Erkältungsbeschwerden länger anhalten. Das berichtet die DAK-Gesundheit auf der Basis einer Umfrage des Forsa-Instituts. Die Meinungsforscher haben dafür rund 3 000 Deutsche über 18 Jahre befragt. Laut der Umfrage haben 24 Prozent der Befragten in den vergangenen zwölf Monaten einmal ein Antibiotikum erhalten, zehn Prozent zweimal und drei Prozent dreimal oder häufiger. Dass ihnen in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal ein Antibiotikum verschrieben wurde, geben 18- bis 29-Jährige häufiger an als Befragte ab 30 Jahren. 72 Prozent der Befragten erwarten eine Antibiotika-Verordnung, wenn ihre Erkältungsbeschwerden nicht von selbst besser werden (2014: 76 Prozent).

Vor allem die jungen Erwachsenen setzen der Umfrage zufolge auf diese Wirkstoffe, bei den Menschen ab 60 Jahren sind es nur 67 Prozent. „Diese Erwartungshaltung ist problematisch, vor allem, wenn sie sich auf das Verordnungsverhalten der Ärzte auswirkt“, sagte Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit. „Antibiotika sind lebensrettende Medikamente, die wir dringend benötigen. Werden sie unkritisch eingenommen, verschärft sich das Risiko der Resistenzbildung. Deshalb brauchen wir einen Bewusstseinswandel in Deutschland“, so Storm. Auch über die Einsatzgebiete der Wirkstoffe sind viele Deutsche offenbar nicht ausreichend informiert: 31 Prozent der Befragten denken, Antibiotika würden bei Virusinfekten wirken (2014: 38 Prozent), 19 Prozent erhoffen sich Hilfe bei Pilzinfektionen (2014: 23 Prozent). hil

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