ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2018Debatte um § 219 a: Schwerwiegendes Ereignis
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Mich wundert diese so eindeutige Ausrichtung des Artikels. Es ist immerhin ein Schritt, einen Eingriff, der dem Gesetz nach nur unter bestimmten Bedingungen straffrei ist, nun öffentlich als eine Dienstleistung neben anderen anzubieten. Dies widerspricht nicht nur dem Sinn der Gesetzgebung, sondern zeugt von einer klaren und dann noch offensichtlicheren Geringachtung des heranwachsenden Lebens und letztlich auch der schwangeren Patientin selbst. Für jede Frau ist ein Schwangerschaftsabbruch doch gerade deswegen ein so schwerwiegendes Ereignis, weil sie das Kind in den meisten Fällen – unter anderen Umständen – am liebsten zur Welt gebracht hätte. Wenn jetzt Praxen noch öffentlich anbieten „Wir machen es dir weg“, nehmen sie diese Situation nicht ernst und erwecken den Eindruck, es sei normal, das Kind halt zu entfernen, wenn es dem Leben der Mutter Probleme macht. Dadurch werden sich viel weniger Frauen damit auseinandersetzen, ob es nicht doch andere Wege für sie gibt, bei denen ihr Kind am Ende geboren wird.

Dr. med. Beate Dorothea Reufels, 50935 Köln 

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