ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2018Anämie in der Geriatrie: Grenzwerte gleich

MEDIZINREPORT

Anämie in der Geriatrie: Grenzwerte gleich

Dtsch Arztebl 2018; 115(15): A-709 / B-611 / C-612

Hillienhof, Arne

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Hämoglobinwert bedarf keiner altersspezifischen Differenzierung.

Bei älteren Patienten sollten bei der Anämiediagnostik dieselben Grenzwerte gelten wie bei jüngeren. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) hingewiesen. „Anämie beim älteren Menschen ist keine normale Alterserscheinung“, sagte Dr. med. Gabriele Röhrig-Herzog, Leiterin der Arbeitsgruppe Anämie der DGG.

Laut Röhrig wurde lange Zeit darüber diskutiert, ob bei geriatrischen Patienten andere Grenzwerte für die Diagnose einer Anämie herangezogen werden müssten und die Anämie-Prävalenz im höheren Lebensalter nur aufgrund falscher Grenzwerte vermeintlich hoch sei.

Basierend auf Daten einer bundesweit tätigen Laborgemeinschaft wurde eine Querschnittstudie initiiert, in die über einen Zeitraum von zwölf Monaten die Daten von insgesamt 30 611 Patienten im Alter über 60 Jahre eingeflossen sind.

Daraus konnten die Wissenschaftler 4 641 Menschen als hämatologisch gesund definieren und in die Analyse einschließen. Die Auswertung ergab, dass alle Werte der erythrozytären Parameter („kleines Blutbild“) im Bereich der DGHO-Referenzwerte blieben und die Referenzwerte der WHO für die Anämiedefinition damit bestätigt werden konnten.

„Basierend auf diesen Daten kann jetzt der Diskussion um die Etablierung altersspezifischer Referenzwerte für Hämoglobin und erythrozytäre Parameter bei deutschen Patienten über 60 Jahren endlich ein Ende gesetzt werden“, sagte Röhrig-Herzog. Liege dieser Wert unter 12 g/dl bei Frauen oder unter 13 g/dl bei Männern, sollte eine weiterführende Anämiediagnostik dringend erwogen werden. Bei Patienten im höheren Lebensalter kann Anämie zu Einschränkungen in der physischen und kognitiven Funktionalität führen. hil

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