ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2018Vierfachgrippeimpfung: Unerträglich
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... Im November 2017 hat das Robert Koch-Institut die Notwendigkeit einer Vierfachgrippeimpfung für die Saison 2017/2018 benannt. Am 11. Januar 2018 beginnt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) nach Veröffentlichung der Stiko-Empfehlung die Beratung. Nach Einhaltung aller Fristen wird dann am 20. März 2018 ein mündliche Anhörung durchgeführt. Und dann haben wir eine Grippewelle mit dem im Dreifachimpfstoff nicht enthaltenen Virusstamm. Diese Zeit hat sich das Yamagat-Grippevirus unverschämterweise nicht gelassen.

Das ist doch unerträglich. Nicht nur, dass der G-BA untergesetzliche Normen verkünden darf, er ist behäbig, langsam und für die Allgemeinheit gefährlich. Eine Beschleunigung des Verfahrens hätte eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Gesundheitsversorgung (nur diese Aspekte werden vom G-BA auf seiner Internetseite genannt) ermöglicht, vor allem aber eine, die der Gesetzgeber genauso ins SGB V geschrieben hat: eine notwendige und wissenschaftlich begründete Gesundheitsversorgung (die steht ja auch nicht auf der Internetseite). Es wäre notwendig gewesen und es war wissenschaftlich begründet, eine solche Entscheidung zum Allgemeinwohl schnellstmöglich zu treffen.

Dr. med. Thomas Schirmer, 12489 Berlin

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