ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2018Bewertungsportale: Keine Neutralität
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Jameda löscht nun Vergleichslisten zahlender Kunden auf den Profilen von Zwangsteilnehmern und umgeht damit das Urteil des Bundesgerichtshofs, welches ausdrücklich eine Profillöschung zulässt. Aber damit ist Jameda immer noch kein „neutraler Informationsvermittler“, sondern nimmt der Obszönität unlauteren Wettbewerbs nur die Spitze. Eine 6 500-Fall-Statistik aus der ZEIT von letztem Monat beweist, dass Kunden die besseren Noten haben, denn sie werden offensichtlich von schlechten Bewertungen verschont. Ist das ihrem schönen Profilfoto zu verdanken? Wahrscheinlicher ist, dass Jameda aus Profitabilitätsgründen die Bewertungsdurchschnitte manipuliert und die Interpretierbarkeit dessen, was eine „Schmähkritik“ oder „Tatsachenbehauptung“ ist –, beides obsolet – missbraucht, um schlechte Bewertungen bei Kunden zu blockieren. Bei Zwangsteilnehmern sind schlechte Bewertungen erwünscht, denn das Portal lebt von der Diskrepanz der Notendurchschnitte zugunsten der zahlenden Kundschaft. Mit Neutralität hat das nichts zu tun, man könnte eher von Schutzgelderpressung der Zwangsteilnehmer sprechen, deren guter Ruf auf dem Spiel steht. Nur mit dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb kann man diesem Spuk ein Ende bereiten. Wirklich neutrale Bewertungsportale ohne kommerzielle Interessen, wie die „Weiße Liste“ sind jedoch wünschenswert. Die Anonymität bei Bewertungen ... sollte aber unterbleiben, denn sie leistet Feigheit und Intrige Vorschub. 

Dr. med. Peter Gorenflos, 10551 Berlin

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