ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2018QM-Ratgeber: M&M-Konferenzen/Patientenfallkonferenzen

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QM-Ratgeber: M&M-Konferenzen/Patientenfallkonferenzen

Dtsch Arztebl 2018; 115(17): A-838 / B-712 / C-712

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„Einrichtungsinternes Qualitätsmanagement dient der kontinuierlichen Sicherung und Verbesserung der Patientenversorgung sowie der Organisationsentwicklung.“ (QM-Richtlinie des G-BA). Patientenorientierung und Patientensicherheit stehen im Fokus.

Zum Portfolio der dafür zur Anwendung kommenden Qualitätsförderungsinstrumente gehören u. a. Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen (MMK) sowie Patientenfallkonferenzen (PFK), zwei Ansätze mit besonderem Bezug zur ärztlichen Behandlung.

Beide Instrumente basieren auf einem kooperativen Lernprozess. Der Wissenszuwachs entsteht aus der Reflexion des eigenen Handelns, aus Feedback und Erfahrungsaustausch. Die Akteure begegnen sich auf Augenhöhe und agieren frei von Schuldzuweisungen mit Wertschätzung. Sowohl MMK als auch PFK sind dualer Natur: Sie dienen gleichermaßen der innerärztlichen Fortbildung und der Systemverbesserung. In beiden Fällen steht das Lernen an realen Behandlungsfällen im Mittelpunkt. Die Fallanalyse und der Abgleich mit der bestverfügbaren Evidenz dienen dem individuellen Wissenszuwachs sowohl des Fallvorstellenden als auch der Kollegen. Beide Methoden haben retrospektiven Charakter.

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Während die MMK vorwiegend aus dem stationären Sektor bekannt und aus klinischen Fallkonferenzen in Krankenhäusern hervorgegangen ist, stellt die PFK die grundlegende Methode der Arbeit ärztlicher Qualitätszirkel in der ambulanten Versorgung dar.

MMK ist kein geschützter Begriff. Die Bundes­ärzte­kammer hat das Instrument MMK mit einem methodischen Leitfaden (2013) auf eine strukturierte Grundlage gestellt und eine Empfehlung für die Durchführung von MMK gegeben (www.bundesaerztekammer.de). Im Wesentlichen gilt folgende Abfolge: Fallvorstellung – Fallanalyse – Erarbeiten von Zielen und Maßnahmen – Follow-up. Der Fallvorsteller beschreibt das Problem und gibt klinische Hintergrundinformationen. Für die Bearbeitung wird relevante Literatur hinzugezogen. Es folgen Analyse und Bewertung des Falls und eine Zusammenfassung durch den Moderator. MMK sind geeignete Maßnahmen des Risiko- und Fehlermanagements und eignen sich auch für die medizinische Ausbildung.

Die Methode der PFK ist als Bestandteil des Qualitätszirkel-Konzepts der KBV im gleichnamigen Modul beschrieben: www.kbv.de/qualitätszirkel. Ein Teilnehmer des Qualitätszirkels stellt einen aktuellen komplexen und schwierigen Behandlungsfall vor. In Form von Balintarbeit geht es zunächst um das Aufdecken „Blinder Flecken“ im psychosozialen Kontext. Erst im zweiten Schritt werden alle Sachinformationen zum medizinischen Behandlungsverlauf zusammengetragen. Danach wird die bisherige Behandlungspraxis mit den Vorgaben aus Evidenzquellen (Reviews, Leitlinien, Literatur und so weiter) verglichen. Abschließend entwickeln die Zirkelteilnehmer gemeinsam einen neuen strukturierten Behandlungsplan. KBV

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