ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2018Studie: Flow-Erleben macht Mitarbeiter produktiver

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Studie: Flow-Erleben macht Mitarbeiter produktiver

Dtsch Arztebl 2018; 115(17): [4]

SG

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Studien zufolge empfinden Menschen ein Flow-Gefühl, wenn ihre eigenen Fähigkeiten mit den Anforderungen einer Arbeitsaufgabe perfekt übereinstimmen. In solchen Momenten scheint die Zeit zu verfliegen. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass sich dieser Zusammenhang umkehren und damit Flow-Erleben experimentell auslösen lässt.

Foto: Alliance/stock.adobe.com

In einer Studie untersuchten die Wirtschaftspsychologen Prof. Dr. Katja Mierke und Prof. Dr. Fabian Christandl von der Hochschule Fresenius zusammen mit Jun.-Prof. Dr. Corinna Peifer von der Ruhr-Universität Bochum, welchen Einfluss der Faktor Zeitwahrnehmung beim Flow-Erleben hat. Sie manipulierten diese in vier Experimenten mit 254 Probanden. Im ersten Versuch stellten sie den Teilnehmern, die sie in zwei Gruppen aufteilten, die gleichen Aufgaben, beispielsweise Wortpuzzles. Einer Gruppe sagten sie, sie hätten zum Lösen 15 Minuten Zeit, der anderen räumten sie nur fünf Minuten ein. Tatsächlich hatten beide Gruppen zehn Minuten Zeit. Jene Teilnehmer, die 15 Minuten erwartet hatten, bekamen so eher das Gefühl, dass die Zeit verflogen sei. Das führte dazu, dass sie eher angaben, Flow erlebt zu haben als die Teilnehmer der anderen Gruppe.

Direkt im Anschluss sollten die Probanden eine ähnliche zweite Aufgabe lösen. Ergebnis: Diejenigen, die während der ersten Aufgabe angegeben hatten, Flow erlebt zu haben, lösten die Folgeaufgabe besser und erlebten wieder mehr Flow als die Vergleichsgruppe. Doch dieses Mal war das Flow-Erleben echt, denn die Forscher manipulierten die Zeitwahrnehmung im zweiten Durchgang nicht.

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„Entgegen der gängigen Praxis, Deadlines immer etwas zu knapp bemessen vorzugeben, lässt sich aus unseren Ergebnissen für die Praxis ableiten, dass man die Dauer von Tätigkeiten so gestalten sollte, dass jemand etwas schneller mit einer Aufgabe fertig sein kann“, sagte Christandl. „Hat man beispielsweise eine Stunde Zeit für eine Tätigkeit eingeplant, ist aber früher damit fertig, fühlt man sich gut und löst auch die Folgeaufgaben besser.“ sg

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