ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2018Randnotiz: Medizin im Weltall

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Randnotiz: Medizin im Weltall

Dtsch Arztebl 2018; 115(17): A-795 / B-681 / C-681

Maybaum, Thorsten

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Wenn der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst am 6. Juni mit einer „Sojus“-Rakete zur Internationalen Raumstation ISS abhebt, hat der 41-Jährige auch eine Reihe von medizinischen Forschungsaufgaben im Gepäck. Das hat er bei seiner letzten Pressekonferenz auf deutschem Boden erklärt. Gerst betonte dabei, dass ihm vor allem diejenigen Experimente Spaß machen, bei denen die Astronauten dazu beitragen, Krankheiten auf der Erde – wie zum Beispiel Krebs oder Osteoporose – besser zu verstehen. Als Beispiel nannte er die Immunzellenforschung. „Man muss sich manchmal klar werden, dass viele der Versuche keine Chance haben, auf der Erde durchgeführt zu werden“, sagte Gerst. Man habe etwa herausgefunden, dass Immun- oder auch Krebszellen sich in der Schwerelosigkeit ganz anders verhielten, weil sie nicht in einer zweidimensionalen Petrischale im Labor stünden. „Wir können sie in einem Substrat wachsen lassen – für Wochen, für Monate – ohne dass sie sich absetzen“, erklärte er. Mache man den Versuch auf der Erde, würde sich das Substrat absetzen und die Zellen würden irgendwann unten oder oben schwimmen. Auf der ISS formten die Zellen hingegen andere Gebilde wie etwa Zellklumpen, die denen im menschlichen Körper sehr viel ähnlicher seien. „Daran können wir Medikamente sehr viel besser und realistischer testen als wir das auf der Erde können“, erläuterte Gerst. Dies sei ein Beispiel dafür, dass man in den Weltraum fliege, um vielleicht mal all jenen zu helfen, die von der Krankheit betroffen seien. Gerst wird 187 Tage im All leben. Es ist seine zweite Langzeitmission.

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