ArchivDÄ-TitelSupplement: PerspektivenDiabetologie 1/2018Vermeidung von Typ-2-Diabetes: Normalgewicht vor Pubertät

Supplement: Perspektiven der Diabetologie

Vermeidung von Typ-2-Diabetes: Normalgewicht vor Pubertät

Dtsch Arztebl 2018; 115(17): [18]; DOI: 10.3238/PersDia.2018.04.27.04

Meyer, Rüdiger

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Dänische Forscher zeigen anhand der Daten einer epidemiologischen Studie, dass das Alter von 13 Jahren ein Wendepunkt für die Beziehung von Adipositas und Diabetesrisiko darstellt.

Foto: chones/stock.adobe.com
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Übergewichtige oder adipöse Kinder erkranken im späteren Leben häufiger an einem Typ-2-Diabetes. Die Gefahr lässt sich nach den Ergebnissen einer epidemiologischen Studie im New England Journal of Medicine (1) jedoch abwenden, wenn die Kinder ihre Gewichtsprobleme bis zur Pubertät lösen und später ein erneutes Übergewicht vermeiden.

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Weltweit ist jedes 4. Kind übergewichtig oder sogar adipös. Viele von ihnen werden im späteren Lebensalter an einem Typ-2-Diabetes erkranken. In einer früheren Untersuchung konnte die Epidemiologin Lise Bjerregaard vom Bispebjerg und Frederiksberg Hospital in Kopenhagen zeigen, dass Mädchen, die im Alter von 13 Jahren einen erhöhten BMI (18,2 oder mehr) haben, im späteren Erwachsenenalter 2- bis 3-mal häufiger als normalgewichtige Teenager an einem Typ-2-Diabetes erkranken (2).

Jetzt hat die Forscherin die Ergebnisse für Jungen wiederholt. Sie konnte dabei einmal auf die Ergebnisse von Schuluntersuchungen zurückgreifen, die in Kopenhagen jährlich von einem Schularzt oder einer Krankenschwester durchgeführt werden. Eine weitere Quelle waren die Unterlagen der Musterung, zu der auch eine medizinische Untersuchung gehört. Diese Daten setzte Bjerregaard mit den Entlassungsdiagnosen in einem staatlichen Register für Klinikpatienten in Beziehung. In Dänemark werden viele Diabetiker von speziellen Ambulanzen der Krankenhäuser mitbetreut.

Die Untersuchung umfasst die Geburtsjahrgänge 1939–1959, die heute ein Alter erreicht haben, in dem Typ-2-Diabetes häufiger auftritt. Die jungen Dänen, die bereits bei der Einschulung übergewichtig waren, es während der Pubertät und als junge Erwachsene blieben, erkrankten laut Bjerregaard im späteren Alter 4-mal häufiger an einem Typ-2-Diabetes als Dänen, die lebenslang normalgewichtig waren.

Die Knaben, die im Alter von 7 und 13 Jahren übergewichtig waren, im jungen Erwachsenenalter jedoch schlank, hatten nur ein um 47 % erhöhtes Risiko für einen Typ-2-Diabetes (Hazard Ratio 1,47; 1,10–1,98). Für die Kinder, die bereits im Alter von 13 Jahren wieder normalgewichtig waren, konnte Bjerregaard kein erhöhtes Diabetesrisiko mehr ermitteln (Hazard Ratio 0,96; 0,75–1,21).

Die Epidemiologin schließt daraus, dass Kinder, die bis zum Alter von 13 Jahren ihre Gewichtsprobleme in den Griff bekommen, ihr Diabetesrisiko im Erwachsenenalter normalisieren können. Diese Aussage gilt unter dem Vorbehalt, dass retrospektive Kohortenstudien, selbst wenn sie sich auf eine große Datenbasis von 62 565 Personen stützen, einen Zusammenhang nicht zweifelsfrei beweisen können. Zu bedenken ist, dass sich die Ernährung seit der Nachkriegszeit deutlich verändert hat. So ist der Anteil der industriell hergestellten Nahrungsmittel mit einem höheren Anteil von Fetten und leicht aufschließbaren Kohlenhydraten deutlich gestiegen.

DOI: 10.3238/PersDia.2018.04.27.04

Rüdiger Meyer

1.
Bjerregaard LG, Jensen BW, Ängquist LN, et al.: N Engl J Med 2018; 378: 1302–12 CrossRef MEDLINE
2.
Zimmermann E, Bjerregaard LG, Gamborg M, et al.: Obesity 2017; 25: 965–71 CrossRef MEDLINE
1.Bjerregaard LG, Jensen BW, Ängquist LN, et al.: N Engl J Med 2018; 378: 1302–12 CrossRef MEDLINE
2.Zimmermann E, Bjerregaard LG, Gamborg M, et al.: Obesity 2017; 25: 965–71 CrossRef MEDLINE

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