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Wir bedanken uns für das rege Interesse an unserem systematischen Review. Wie beschrieben handelt es sich bei einer Empty Sella um die radiologische oder pathologisch-anatomische Darstellung einer vermeintlich leeren Sella turcia. Kollege Baiker hat mit seiner Anmerkung Recht, dass in unserer Abbildung ein Rest an Hypophysengewebe abgebildet ist. Dies wird von uns im Text beschrieben: „Dieser Eindruck wird dadurch erweckt, dass […] das Hypophysengewebe am Boden der Sella ausgewalzt ist (Abbildung).“ (1). Die radiologische Definition, ab wann eine Empty sella diagnostiziert wird, ist in den Studien nicht einheitlich.

Wir befürworten weitere Untersuchungen wie die von Herrn Prof. Freund und Kollegen. Das Altersspektrum in den von uns eingeschlossenen Studien unterscheidet sich von den Angaben im Leserbrief. So bezog sich unser systematischer Review nur auf Erwachsene, wohingegen in die retrospektive Analyse von Freund et al. auch Minderjährige eingeschlossenen worden sind. Der Mittelwert des Alters in der Arbeit von Freund et al. liegt höher als in den eingeschlossenen Studien. Wie Freund et al. richtigerweise berichten, korreliert die mithilfe der Magnetresonanztomographie gemessene Höhe der Hypophyse mit dem Alter, sodass bei höherem Durchschnittsalter auch von einer höheren Wahrscheinlichkeit auszugehen ist, aufgrund von nicht altersadjustierten Kriterien eine Empty Sella zu sehen.

Die Prävalenz einer Empty Sella mit 2–20 % schließt sowohl primäre als auch sekundäre Formen ein. Nach einer aktuellen Studie wird eine Empty Sella bei 2 % aller cMRT-Untersuchungen als Zufallsbefund ohne erkennbare Ursache diagnostiziert. Gemäß unseres systematischen Reviews mit einer gepoolten Prävalenz einer Hypophyseninsuffizienz von 52 % würde bei circa 1 % aller Patienten eine Hypophyseninsuffizienz vorliegen. In der Interpretation der Daten erscheint uns dies ebenfalls auffällig hoch. Wir vermuten einen Publikationsbias, weil unauffällige Befunde oft nicht publiziert werden und damit keinen Eingang in unsere Analyse gefunden haben.

Eine Empty Sella muss keinen Krankheitswert besitzen, dieses sollte dem Patienten klar kommuniziert werden. Unser Konzept basiert auf der Aufklärung sowie auf einer Blutentnahme zur Erfassung der basalen Hormone, zumal Insuffizienzen der corticotropen Achse zu lebensbedrohlichen Zuständen führen können. Dies sollte uns aus ärztlicher Sicht bewusst sein, ohne dass wir Patienten damit verunsichern. Kollegin Kopka hat mit ihrem Einwand Recht, dass Hormone nicht nach dem Alles- oder Nichts-Konzept funktionieren und partielle Insuffizienzen vorliegen könnten. In unsere Metaanalyse wurden daher nur Studien einbezogen, bei denen auch eine Stimulationstestung durchgeführt worden ist. Für den klinischen Alltag wäre unsere Empfehlung jedoch, spezifische Beschwerden abzufragen und lediglich bei auffälligen Basalwerten oder passendem Symptomenkomplex eine weitere Stimulationstestung zu veranlassen.

DOI: 10.3238/arztebl.2018.0325

für die Autoren

Dr. med. Matthias K. Auer

Prof. Dr. med. Günter Karl Stalla

Dr. med. Anna Kopczak

Max-Planck-Institut für Psychiatrie

80804 München

stalla@psych.mpg.de

Interessenkonflikt

Dr. Auer erhielt Honorare für eine Beratertätigkeit von der Firma Shire, Erstattung von Teilnahmegebühren für Kongresse/Fortbildungsveranstaltungen sowie von Reisekosten von den Firmen Pfizer, Ipsen und Lilly.

Prof. Stalla erhielt Honorare für eine Beratertätigkeit und/oder eine Erstattung von Teilnahmegebühren für Kongresse/Fortbildungsveranstaltungen und/oder Reisekosten und/oder Gelder für Forschungsvorhaben von den Firmen Pfizer, Ipsen, Lilly, Shire, Novartis, Sandoz, NovoNordisk und HRA.

Dr. Kopczak erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Auer MK, Stieg MR, Crispin A, Sievers C, Stalla GK, Kopczak A: Primary empty sella syndrome and the prevalence of hormonal dysregulation—a systematic review. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 99–105 VOLLTEXT
1.Auer MK, Stieg MR, Crispin A, Sievers C, Stalla GK, Kopczak A: Primary empty sella syndrome and the prevalence of hormonal dysregulation—a systematic review. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 99–105 VOLLTEXT

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