ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2018Extraintestinale Oxyuriasis
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Ein 4-jähriges Mädchen wurde in der Kinderambulanz mit Unruhe und Schlafstörungen vorgestellt. Das Kind würde sich öfters im Intimbereich kratzen und sei „zappelig“. Der 11-jährige Bruder hatte ähnliche Symptome mit wiederkehrendem Pruritus ani. Bei der Inspektion zeigte sich bei dem Mädchen eine leicht gerötete Vulva sowie eine circa 10 mm große, weiße, wurmartige, bewegliche Struktur. Die mikroskopische Begutachtung sicherte die Diagnose einer Oxyuriasis (Enterobius vermicularis) mit einem weiblichen Wurm und Eiern (Abbildung). Die einmalige Therapie mit Pyrantel führte zur Beschwerdefreiheit beider Geschwister. Enterobiusweibchen kriechen nachts aus dem Anus und legen am Analring ihre Eier ab. In der Regel sind sie dort mittels Klebestreifenpräparat nachweisbar. Aufgrund der geringen Sensitivität sollte dieser Test mindestens dreimal wiederholt werden. Unspezifische Symptome im Kindesalter, wie Unruhe und Schlafstörungen mit nächtlichem Pruritus mit Hinweisen auf eine Vulvovaginits und sogar eine Appendizitis, sollten auch an diese typische, aber selten „verirrte“, Parasitose im Kindesalter denken lassen.

Tierärztin Ines B. Eder, Sebastian Wendt, B.A., Interdisziplinäres Zentrum für Infektionsmedizin (ZINF), Institut für Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Universitätsklinikum Leipzig, AöR, Ines.Eder@medizin.uni-leipzig.de

Dr. med. Tobias Lipek, Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Leipzig, AöR

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Eder IB, Wendt S, Lipek T: Extraintestinal oxyuriasis. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 326. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0326b

►The English version of this article is available online: www.aerzteblatt-international.de

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