ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2018Plötzliche Dyspnoe bei einer Lebertransplantierten

MEDIZIN: Der klinische Schnappschuss

Plötzliche Dyspnoe bei einer Lebertransplantierten

Sudden dyspnea in a liver transplant recipient

Dtsch Arztebl Int 2018; 115(18): 323; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0323

Laqmani, Azien

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a) Röntgenaufnahme des Thorax mit Nachweis eines mutmaßlichen ausgeprägten Pleuraerguss auf der linken Seite; b) Computertomographie eines massiven Enterothorax statt des vermuteten Pleuraergusses
a) Röntgenaufnahme des Thorax mit Nachweis eines mutmaßlichen ausgeprägten Pleuraerguss auf der linken Seite; b) Computertomographie eines massiven Enterothorax statt des vermuteten Pleuraergusses
Abbildung a+b
a) Röntgenaufnahme des Thorax mit Nachweis eines mutmaßlichen ausgeprägten Pleuraerguss auf der linken Seite; b) Computertomographie eines massiven Enterothorax statt des vermuteten Pleuraergusses

Eine Patientin (55 Jahre) präsentierte sich mit seit zwei Wochen bestehenden abdominalen Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Zusätzlich neigte sie zu Obstipation, hatte aber keinen akuten Stuhlverhalt. Aufgrund einer alkoholtoxischen Zirrhose erhielt sie vor fünf Jahren eine Lebertransplantation. Die Patientin litt unter rezidivierenden Cholangitiden im Rahmen einer ITBL („ischaemic type biliary lesions“), einer gefürchteten Gallengangskomplikation nach Lebertransplantation mit unklarer Ursache. In der Sonographie zeigten sich weite Gallenwege und man vermutete eine erneute Cholangitis und behandelte antibiotisch. Die Patientin gab im Verlauf eine Ruhedyspnö an. Der Befund der Röntgenaufnahme des Thorax (Abbildung a) wurde leider fehlerhaft als Pleuraerguss links interpretiert und nach Auskultation sonographisch-gesteuert punktiert. Eine Perkussion erfolgte nicht. Bei blutig-tingiertem Pleurapunktat wurde dann eine computertomographische Aufnahme des Thorax vorgenommen (Abbildung b). Dieses zeigte einen Enterothorax mit mechanischem Ileus bei inkarzerierten Dünn- und Dickdarmschlingen. Es folgte eine Notfall-Laparotomie mit Adhäsiolyse und Zwerchfellverschluss, von der sich die Patientin rasch erholte. Eine Zwerchfellverletzung, zu der es während der Transplantation kam, die aber übernäht worden war, wurde als begünstigender Faktor für den Enterothorax eingeschätzt. Der Fall veranschaulicht die Differenzialdiagnose „Enterothorax“, als verzögert auftretende postoperative Komplikation.

Dr. med. Ines Gil-Ibanez, PD Dr. med. Azien Laqmani, PD Dr. med. Sven Pischke, I. Medizinische Klinik und Poliklinik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf,
i.gil-ibanez@uke.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Gil-Ibanez I, Laqmani A, Pischke S: Sudden dyspnea in a liver transplant recipient. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 323. DOI: 10.3238/arztebl.2018.0323

►The English version of this article is available online: www.aerzteblatt-international.de

a) Röntgenaufnahme des Thorax mit Nachweis eines mutmaßlichen ausgeprägten Pleuraerguss auf der linken Seite; b) Computertomographie eines massiven Enterothorax statt des vermuteten Pleuraergusses
a) Röntgenaufnahme des Thorax mit Nachweis eines mutmaßlichen ausgeprägten Pleuraerguss auf der linken Seite; b) Computertomographie eines massiven Enterothorax statt des vermuteten Pleuraergusses
Abbildung a+b
a) Röntgenaufnahme des Thorax mit Nachweis eines mutmaßlichen ausgeprägten Pleuraerguss auf der linken Seite; b) Computertomographie eines massiven Enterothorax statt des vermuteten Pleuraergusses

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