ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2018Bundessozialgericht: Kostenerstattung für Liposuktion abgewiesen

AKTUELL

Bundessozialgericht: Kostenerstattung für Liposuktion abgewiesen

Dtsch Arztebl 2018; 115(18): A-848 / B-720 / C-720

afp; Maybaum, Thorsten

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Dass der Gemeinsame Bundes­aus­schuss der Liposuktion ein Behandlungspotenzial bescheinigt, reicht nicht aus, damit die Kassen die Kosten tragen müssen. Foto: dpa
Dass der Gemeinsame Bundes­aus­schuss der Liposuktion ein Behandlungspotenzial bescheinigt, reicht nicht aus, damit die Kassen die Kosten tragen müssen. Foto: dpa

Eine Liposuktion bei Lipödem ist keine Leistung der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV). Die dauerhafte Wirksamkeit der Methode sei nicht ausreichend gesichert, befand das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel (Az.: B 1 KR 10/17 R). Die Klägerin aus Baden-Württemberg leidet an Lipödemen. Eine erfolgreiche Behandlung ist mit den bislang zugelassenen Methoden oft nicht möglich. Deshalb beantragte die Frau bei ihrer Krankenkasse eine Liposuktion. Diese lehnte das Anliegen jedoch ab. Dennoch ging die Patientin für eine Liposuktion ins Krankenhaus. Die Ärzte saugten aus jedem Bein nahezu acht Liter Fett ab. Danach klagte die Frau auf Erstattung ihrer Kosten von zunächst 4 416 Euro. Inzwischen ließ sie zwei Folgeoperationen vornehmen und fordert von ihrer Krankenkasse insgesamt 11 364 Euro. Ihre Klage hatte durch alle Instanzen keinen Erfolg. Die Methode entspreche nicht den Anforderungen für Qualität und Wirtschaftlichkeit der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung. Dies sei aber „im Interesse des Patientenschutzes und des effektiven Einsatzes der Mittel der Beitragszahler zu gewährleisten“, betonte das Bundessozialgericht. Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss, der über den Leistungskatalog der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung entscheidet, habe zwar eine Erprobung der Liposuktion veranlasst. Dass die Methode möglicherweise „das Potenzial einer Behandlungsalternative“ habe, reiche für eine Kostenerstattungspflicht der Kassen aber nicht aus, erklärten die Richter des BSG. afp/may

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #754583
Freexoxo
am Montag, 29. Oktober 2018, 13:01

Dr. Marc Lang

ie Kosten für Liposuktionen werden im Regelfall NICHT (!) von den Krankenkassen übernommen, da es sich nicht um einen Regelleistung im Sinne des Leistungskataloges der Krankenkassen handelt. Die Höhe der Kosten für 1 Liposuktion ist von Arzt zu Arzt unterschiedlich und beläuft sich auf ca. 3.900 € bis ca. 5.000 €. Sie können natürlich trotzdem einen Antrag auf Kostenübernahme bei Ihrer Krankenkasse stellen (am Besten durch den behandelnden Chirurgen stellen lassen), müssen sich jedoch mit größter Wahrscheinlichkeit auf ein langes Widerspruchs- und evtl. sogar Gerichtsverfahren vor dem Sozialgericht einstellen. Dieser gesamte Prozess kann sich bis zu 2-3 Jahren hinziehen.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema