ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2018Ausschließliche Fernbehandlung: Sorgen vor Flickenteppich

AKTUELL

Ausschließliche Fernbehandlung: Sorgen vor Flickenteppich

dpa; afp; Maybaum, Thorsten

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Die Landesärztekammer Thüringen hat vor einem Flickenteppich bei berufsrechtlichen Regelungen zu Online- und Videosprechstunden für Mediziner gewarnt. Nötig sei eine weitgehend bundesweit einheitliche Regelung zur ausschließlichen ärztlichen Fernbehandlung, sagte Kammerpräsidentin Dr. med. Ellen Lundershausen in Erfurt. Anderenfalls drohe ein Szenario, wonach es Ärzten in manchen Bundesländern erlaubt sein könnte, Patienten ausschließlich ohne persönlichen Arztkontakt zu behandeln, in anderen aber nicht. „Die Patienten sind schließlich frei in ihren Entscheidungen, bei wem und in welchem Bundesland sie nachfragen“, sagte sie. Zugleich wies Lundershausen darauf hin, dass die Landesärztekammer Thüringen die Priorität einer ärztlichen Behandlung nach wie vor bei der konkreten Arzt-Patienten-Beziehung sieht. Die Möglichkeiten der Fernbehandlung betrachte man „eher als Ergänzung des Systems“. In Schleswig-Holstein hatte die Landesärztekammer erst kürzlich die Berufsordnung geändert. Ärzte sollen dort Patienten künftig auch ohne vorherigen persönlichen Kontakt telefonisch oder per Internet beraten dürfen. Voraussetzung: Es muss medizinisch vertretbar sein. Die Neuerungen sollen im Sommer in Kraft treten. Auch in Baden-Württemberg gibt es erste Modellprojekte für eine Ausweitung. Im Saarland sprach sich die Vertreterversammlung der Ärztekammer hingegen gegen eine Öffnung der Fernbehandlung aus. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte dafür votiert, das Verbot von ärztlichen Fernbehandlungen bei einem Erstkontakt zum Patienten aufzuheben. „Ich bin dafür, Onlinebehandlungen zu erleichtern, auch bei der Erstbehandlung“, sagte er der Thüringer Allgemeinen. Im Gesundheitsbereich lasse sich dank Digitalisierung vieles neu denken. Mit dem Thema Fernbehandlung beschäftigt sich der Deutsche Ärztetag vom 8. bis 11. Mai in Erfurt. dpa/afp/may

Anzeige

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote