ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2018Stationäre Pflege: Evidenzbasierte Informationen zur Bewegungsförderung veröffentlicht

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Stationäre Pflege: Evidenzbasierte Informationen zur Bewegungsförderung veröffentlicht

Dtsch Arztebl 2018; 115(18): A-882

Hillienhof, Arne

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Die Empfehlungen sollen Unsicherheiten abbauen und die stationäre Versorgung pflegebedürftiger Patienten verbessern. Foto: picture alliance
Die Empfehlungen sollen Unsicherheiten abbauen und die stationäre Versorgung pflegebedürftiger Patienten verbessern. Foto: picture alliance

Auf die Bedeutung von regelmäßiger Bewegung für die Gesundheit und Selbstständigkeit pflegebedürftiger Menschen weist das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hin. „Sie hilft, geistige und körperliche Fähigkeiten zu erhalten und Gesundheitsproblemen vorzubeugen. Daher sollte Bewegungsförderung in der stationären Pflege eine wichtige Rolle spielen“, hieß es aus dem Zentrum. Allerdings sei in der Praxis häufig unklar, welche konkreten Interventionen für die jeweiligen Pflegebedürftigen geeignet sind. Das ZQP hat daher eine Übersicht „Bewegungsförderung in der stationären Pflege“ entwickelt. Sie bietet wissenschaftlich fundierte Informationen zu 20 bewegungsfördernden Maßnahmen.

„Bewegungsförderung ist ein wichtiger Aspekt gesundheitlicher Prävention bei pflegebedürftigen Menschen. Sie kann dazu beitragen, den Abbau körperlicher und geistiger Fähigkeiten zu verringern und Alltagskompetenzen zu erhalten. Außerdem kann das Sturzrisiko gesenkt und weiteren Gesundheitsproblemen vorgebeugt werden“, sagt Dr. med. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP. Das neue Angebot zeigt, welche organisatorischen Voraussetzungen zur Umsetzung der Trainingsprogramme erforderlich sind und wie diese durchgeführt werden können. Zudem haben die Autoren den aktuellen Kenntnisstand zur Wirksamkeit der Konzepte dargestellt.

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Außerdem ist auf einen Blick erkennbar, für welche spezifische Zielgruppe eine bestimmte bewegungsfördernde Maßnahme geeignet ist. So können Interventionen zum Beispiel gezielt für Bewohner mit und ohne körperliche oder geistige Beeinträchtigungen ausgewählt werden. Einige Maßnahmen sind auch für Menschen mit schwerer Demenz geeignet.

Die Zusammenstellung macht laut ZQP auch deutlich, dass es derzeit bei vielen Konzepten der Bewegungsförderung in der Pflege an Evidenz fehle – über die Wirksamkeit vieler Interventionen sei wenig oder gar nichts bekannt. „Insbesondere für körperlich und geistig stark eingeschränkte Menschen, zum Beispiel mit fortgeschrittener Demenz, sind bisher praktikable und wirksame Angebote Mangelware“, heißt es aus dem Zentrum.

Das ZQP weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass pflegebedürftige Menschen auch das Recht haben, nicht an Bewegungsförderung teilzunehmen: „Motivieren ist wichtig und richtig – aber niemand darf gedrängt oder gar gezwungen werden“, betont Suhr. Die ZQP-Übersicht basiert auf einer Untersuchung, die die Universität Bielefeld im Auftrag der Stiftung durchgeführt hat, sowie auf ergänzenden Recherchen des ZQP. hil

http://daebl.de/SS13

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