ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2018GKV-Finanzen: Alterung der Gesellschaft beeinflusst Gesundheitskosten nur gering

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GKV-Finanzen: Alterung der Gesellschaft beeinflusst Gesundheitskosten nur gering

Dtsch Arztebl 2018; 115(18): A-848 / B-720 / C-720

Hillienhof, Arne

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Der Anteil der demografischen Entwicklung an den Ausgabensteigerungen beträgt der Untersuchung zufolge 17,3 Prozent. Foto: picture alliance
Der Anteil der demografischen Entwicklung an den Ausgabensteigerungen beträgt der Untersuchung zufolge 17,3 Prozent. Foto: picture alliance

Die demografische Entwicklung ist nicht der oft propagierte Kostentreiber im Gesundheitswesen – andere Faktoren sollen in den vergangenen Jahren einen größeren Einfluss gehabt haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der AOK Niedersachsen und der Medizinischen Hochschule Hannover. Die Wissenschaftler haben für die Jahre 2004 bis 2015 die mittleren jährlichen Pro-Kopf-Ausgaben anhand der Kostendaten des Bundesversicherungsamtes berechnet. Grundlage der Altersverteilung der Bevölkerung waren offizielle Statistiken. Zur Ermittlung des Anteils der demografischen Entwicklung wurde die Altersstruktur der Versicherten in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) konstant gehalten und die so ermittelten fiktiven Gesundheitsausgaben mit den tatsächlichen Ausgaben verglichen. Zusätzlich wurde der Anteil der Inflation und sonstiger Faktoren berücksichtigt. Die Ergebnisse zeigen einen Anstieg der durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben von 1 722 Euro (2004) auf 2 656 Euro 2015 (plus 54,2 Prozent). Bei einer gleichbleibenden Altersstruktur wären die Pro-Kopf-Ausgaben laut Studie um 44,9 Prozent gestiegen. Der relative Anteil der demografischen Entwicklung an den Ausgabensteigerungen beträgt damit 17,3 Prozent. 32,3 Prozent lassen sich der Analyse zufolge auf die Inflation und 50,5 Prozent auf andere Faktoren zurückführen. Man habe zeigen können, dass die demografische Entwicklung nicht der große Kostentreiber sei, sagte Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen. Der medizinische Fortschritt und neue, teure Produkte seien der dominierende Faktor. Laut Peter wird der demografische Wandel aber in den nächsten 15 Jahren zu Finanzierungslücken bei den Kassen führen. hil

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