ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2018IBR-Katalog 2018: Kliniken fehlen drei Milliarden Euro

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

IBR-Katalog 2018: Kliniken fehlen drei Milliarden Euro

Dtsch Arztebl 2018; 115(18): [4]

SG

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Derzeit beträgt der bestandserhaltende Investitionsbedarf der Krankenhäuser deutschlandweit sechs Milliarden Euro. Jedenfalls geht das aus dem Katalog von Investitionsbewertungsrelationen (IBR-Katalog) hervor, auf den sich der Spitzenverband Bund der Krankenkassen, der Verband der Privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) geeinigt haben. Wie schon in den letzten Jahren, kritisierten die Verbände, deckten die Bundesländer derzeit gerade einmal die Hälfte davon. Nach wie vor kämen sie ihrer Verpflichtung nicht nach, Investitionen zu finanzieren.

Foto: butch/stock.adobe.com

Der Katalog der Investitionspauschalen zeigt die leistungsbezogenen Investitionsbedarfe für die unterschiedlichen Fallpauschalen auf. Er basiert auf den Kalkulationen des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK). Jedem Fall wird dabei eine sogenannte Investitionsbewertungsrelation zugeordnet. Diese Verhältniswerte stellen den notwendigen Investitionsbedarf eines Krankenhauses dar. Auf diese Art und Weise ist es möglich, jedem einzelnen Krankenhaus die Investitionsmittel leistungsbezogen zuzuordnen.

Das Problem: Zurzeit wenden den Verbänden zufolge nur Berlin und Hessen diese Investitionsbewertungsrelationen an. So liegt die Nutzung des Instruments in der Entscheidung des jeweiligen Bundeslandes. Zudem entscheiden allein die Länder über die Höhe des für Investitionen bereitgestellten Finanzvolumens. Auch wenn dieses Volumen von Bundesland zu Bundesland durchaus unterschiedlich ausfalle, seien die zur Verfügung gestellten Investitionsmittel unzureichend. Daran habe leider auch die letzte Krankenhausreform nichts geändert.

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„Wie groß das Problem bereits ist, zeigt sich besonders deutlich, wenn man die Mittel der Länder in Bezug zu den Ausgaben der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung stellt“, heißt es weiter. „Entsprachen die Investitionsmittel Anfang der 70er-Jahre noch 25 Prozent der Gesamtausgaben der GKV, liegen sie heute bei unter vier Prozent.“ sg

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