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Dtsch Arztebl 2018; 115(18): A-876

aam; EB; RF

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Autoaktivierung bei Inhixa Injektionslösung – In vereinzelten Fällen wurde eine frühzeitige Autoaktivierung des Nadelschutzes in ungeöffneten, unbenutzten Inhixa Fertigspritzen (Enoxaparin-Natrium, Techdow Europe AB) beobachtet. Diese frühzeitige Aktivierung des Nadelschutzes hat zur Folge, dass die Injektionslösung nicht mehr appliziert werden kann. Das pharmazeutische Personal sollte eine visuelle Prüfung der Spritzen auf Autoaktivierung des Nadelschutzes vor der Abgabe an den Patienten durchführen und sicherstellen, dass ausreichende Mengen Inhixa-Fertigspritzen als Ersatz vorrätig sind.

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Die Spritzen sind in einem transparenten Blister verpackt, sodass die Autoaktivierung des Nadelschutzes leicht erkennbar ist. Das Risiko einer nicht applizierten Dosis kann durch die visuelle Prüfung und Aufklärung des Patienten minimiert werden. Das Risiko für Stichverletzungen ist vernachlässigbar, da der Nadelschutz eine vollständige Abdeckung der Nadel gewährleistet.

Eine Analyse ergab, dass die Autoaktivierung mit einer Inzidenz von 0,001 % aufgetreten ist. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden weder über Nebenwirkungen noch von Risiken für die Gesundheit im Zusammenhang mit der Autoaktivierung des Nadelschutzes bei Inhixa-Fertigspritzen berichtet. EB

Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) Drug Safety Mail 19–2018

Gegen schwere Infektion mit Meningokokken impfen – Infektionen mit Meningokokken sind selten, aber fast immer sehr schwer in ihren Verläufen und können letal enden, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt werden. Prof. Dr. med. Tino Schwarz, Klinikum Würzburg, rät daher dringend zu einer Impfung. Nach einem ersten Inzidenzgipfel dieser Infektion bei Säuglingen und Kleinkindern häufen sich Krankheitsfälle hierzulande im Alter von 15–19 Jahren. Eine Impfprävention ist daher nicht nur im Kindesalter, sondern ebenso für Jugendliche und junge Erwachsene sinnvoll.

„War und ist in Europa die Serogruppe B dominierend“, führt Schwarz weiter aus, „so kommt es durch Migration und Tourismus zunehmend zu einer Verbreitung verschiedener Serogruppen.“ Deshalb sei eine polyvalente Absicherung von Vorteil. Die Meningokokken-Impfstoffe NeisVac-C®, Nimenrix® und Trumenba® (alle Pfizer; ab einem Alter von 10 Jahren zugelassen) bieten Schutz gegen die derzeit impfpräventablen Serogruppen A, B, C, W und Y.

2 zulassungsrelevante Phase-3-Studien mit Jugendlichen im Alter von 10–18 Jahren (n = 3 304) zeigten, dass Trumenba im 2- und 3-Dosen-Impfschema eine schützende Immunantwort gegen verschiedene MenB-Stämme hervorruft, die in den USA und Europa immer noch vorherrschend sind. RF

Impfschutz für jedes Alter: Prävention der Meningokokken- und Pneumokokken-Infektion, DGIM-Kongress, Veranstalter: Pfizer

Thromboseprophylaxe mit Mono-Embolex®auch bei schwerer Niereninsuffizienz – Eine leitliniengerechte medikamentöse Prophylaxe venöser Thromboembolien (VTE) bei Patienten mit akuten internistischen Erkrankungen sollte mit niedermolekularem Heparin (NMH) in Hochrisikoprophylaxe-Dosierung oder Fondaparinux erfolgen. Da es sich bei diesem Patientenkollektiv oftmals um ältere, niereninsuffiziente Menschen handelt, ist bei der Auswahl eines geeigneten Antikoagulans auf die Nierenfunktion zu achten. Denn bei eingeschränkter Nierenleistung steigt sowohl das Risiko für VTE als auch für Blutungen. Antikoagulanzien, die renal eliminiert werden, können bei Niereninsuffizienz kumulieren und das Blutungsrisiko zusätzlich erhöhen.

Mit Certoparin (Mono-Embolex, Aspen) können auch nichtchirurgische Patienten mit reduzierter Nierenfunktion in einer fixen Prophylaxe-Dosierung von 3 000 I.E. s.c., einmal täglich, vor VTE geschützt werden. Eine Subgruppenanalyse der Zulassungsstudie CERTIFY bestätigt, dass Certoparin auch bei internistischen Patienten mit schwerer Nieren-insuffizienz (GFR ≤ 30 ml/min) eine mit unfraktioniertem Heparin vergleichbare Reduktion der VTE-Rate bei signifikant geringerer Blutungsrate ermöglicht. aam

Meet-the-Expert „Sicherheit hat Priorität – internistische Thromboseprophylaxe mit Certoparin (Mono-Embolex®), DGIM-Kongress, Veranstalter: Aspen

Erste hormonelle Ersatztherapie bei chronischem Hypoparathyreo-idismus – Mit der Zulassung von rekombinantem humanen Parathormon (rhPTH(1–84)/Natpar®, Shire) existiert seit letztem Jahr eine wichtige Therapieoption für Patienten mit chronischem Hypoparathyreoidismus, deren Erkrankung unter Standardtherapie nicht ausreichend kontrolliert werden kann. Unter der hormonellen Substitutionstherapie mit PTH konnte eine Normalisierung von Calcium-, Phosphat- und Vitamin-D-Werten gezeigt werden.

Hypoparathyreoidismus ist durch mangelnde oder fehlende Produktion des Parathormons (PTH) gekennzeichnet. Meist manifestiert sich die Erkrankung nach einem operativen Eingriff, infolgedessen die PTH-produzierenden Nebenschilddrüsen geschädigt wurden.

PTH steuert unter anderem den Phosphat-, Calcium- und Vitamin-D-Stoffwechsel. Entsprechend dominieren beim Hypoparathyreoidismus Symptome, denen eine Dysregulation dieser Stoffwechselwege zugrunde liegt. In der Therapie gilt die Substitution mit Calcium und aktivem Vitamin D als Standard. Bei der Calcium-Gabe muss der Arzt gleichzeitig eine übermäßige Bildung von Calcium-Phosphat-Produkt sowie eine Hypercalciurie vermeiden, um Organkalzifikationen vorzubeugen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die hormonelle Substitutionstherapie mit PTH an Bedeutung. EB

Quelle: Pressemitteilung Shire

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