Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Wir bedanken uns für die Diskussionsbeiträge zu unserem Artikel (1).

Zur Strahlentherapie: Kontrollierte, randomisierte Studien zur Wirkung der Strahlentherapie bei Schulterschmerzen fehlen, mit Ausnahme der Arbeit von Plenk (2). In einem Review-Artikel zur historischen Bewertung wird das Verlassen der Methode in den USA bereits in den 1960-Jahren bei insuffizienter Studienlage beschrieben (3). In der „kritischen Studie“ von Plenk (2) wurden randomisiert und verblindet Patienten mit Peritendinitis der Schulter bestrahlt, die Kontrollgruppe mit einer Bleiplatte vor jeder Strahlung geschützt. Nach sechs Wochen zeigten sich klinisch und radiologisch keine Unterschiede zwischen den Gruppen. Die Arbeiten von Ott et al. (4, 5) differenzieren keine Pathologie, haben keine Kontrollgruppe und randomisieren 2 Bestrahlungsprotokolle. Die Bewertung nur der Schmerzen, ohne klinische Untersuchung, zeigte keinen signifikanten Unterschied. Auch die DEGRO-S2e-Leitlinie (4) bezieht sich nur auf die zwei Arbeiten von Ott und bestätigt dem Bestrahlungsprotokoll nur das Evidenzlevel 4, Empfehlungsgrad C. Eine Wirkung der „Schmerzbestrahlung“ der Schulter ist in der Literatur nicht belegt, allenfalls zu vermuten. Eine Indikation kann nur als empirisch eingestuft werden.

Zur konservativen Therapie des Impingement Syndroms: Wir danken für die Betonung der funktionellen Zusammenhänge bei der Entstehung von Schulterschmerzen. Dies entbindet aber nicht davon, verschiedene Ätiologien zu beschreiben und sich auf in der internationalen Fachliteratur etablierte Begriffe und Konzepte zu beziehen. Zur Biomechanik betonen wir die Kraftschlüssigkeit des Schultergelenks und seine hohe Bewegungsfreiheit und grenzen funktionelle Ursachen wie muskuläre Dysbalancen und mechanische „extrinsische“ Faktoren ab. Die konservativen Ansätze erwähnen wir mit Evidenzlevel (etwa ein Programm zum Stufentraining). Inwieweit „…die Optimierung der Bewegungsmuster und Verhaltensgewohnheiten…“ nicht nur die klinischen Beschwerden bessert, sondern „…auch die Entstehung von Strukturdefekten vermeiden hilft…“, sei dahingestellt.

Zum Begriff des Impingementydroms: Die niederländische Leitlinie ist die einzige zum klinischen Syndrom des subakromialen Schmerzes. Auch sie definiert die Bedeutung der differenzialdiagnostischen klinischen Untersuchung mit spezifischen Tests im ersten Schritt und eine Bildgebung nach sechs Wochen. Auch hier werden strukturelle Pathologien, wie zum Beispiel eine Bursitis, eine Tendinosis calcarea oder Bizepsläsionen, erwähnt. Während die Bezeichnung „subacromial pain syndrome“ den Bezug zur historischen Impingementtheorie vermeidet, erspart sie nicht die Einsicht in die pathophysiologischen Zusammenhänge und Behandlungsmodalitäten der einzelnen Krankheitsbilder, die jetzt wieder in einem Sammelbegriff erscheinen wie zu Duplays Zeiten die „periarthritis humeroscapularis“. Die Aussage, ein „subakromiales Schmerzsyndrom“ sollte möglichst nicht operativ behandelt werden“, ist ebenso missverständlich, wenn nicht die zugrunde liegende Pathologie bekannt ist. Hier sei nur die differenzierte Therapie der Rotatorenmanschettenläsion erwähnt (6).

DOI: 10.3238/arztebl.2018.0343

Für die Autoren

Prof. Dr. Ulrich H. Brunner

Abteilung für Unfall-, Schulter- und Handchirurgie,
Krankenhaus Agatharied GmbH, Hausham

ulrich.brunner@khagatharied.de

Interessenkonflikt

Die Autoren aller Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Garving C, Jakob S, Bauer I, Nadjar R, Brunner UH: Impingement syndrome of the shoulder. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 765–76 VOLLTEXT
2.
Plenk H P: Calcifying tendinitis of the shoulder; a critical study of the value of x-ray therapy. Radiology 1952; 59: 384–9 CrossRef MEDLINE
3.
Calabrese EJ, Dhawan G, Kapoor R: Use of X-rays to treat shoulder tendonitis/bursitis: a historical assessment. Arch Toxicol 2014; 88: 1503–17 CrossRef MEDLINE
4.
Ott OJ, Hertel S, Gaipl US, Frey B, Schmidt M, Fietkau R: The Erlangen dose optimization trial for radiotherapy of benign painful shoulder syndrome. Long-term results. Strahlenther Onkol 2014; 190:394–8 CrossRef CrossRef
5.
Ott OJ, Niewald M, Weitmann HD, et al.: DEGRO guidelines for the radiotherapy of non-malignant disorders. Part II: painful degenerative skeletal disorders. Strahlenther Onkol 2015; 191: 1–6 CrossRef MEDLINE
6.
AWMF: Rotatorenmanschette. www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/033–041.html (last accessed on 28 March 2018).
1.Garving C, Jakob S, Bauer I, Nadjar R, Brunner UH: Impingement syndrome of the shoulder. Dtsch Arztebl Int 2017; 114: 765–76 VOLLTEXT
2.Plenk H P: Calcifying tendinitis of the shoulder; a critical study of the value of x-ray therapy. Radiology 1952; 59: 384–9 CrossRef MEDLINE
3.Calabrese EJ, Dhawan G, Kapoor R: Use of X-rays to treat shoulder tendonitis/bursitis: a historical assessment. Arch Toxicol 2014; 88: 1503–17 CrossRef MEDLINE
4.Ott OJ, Hertel S, Gaipl US, Frey B, Schmidt M, Fietkau R: The Erlangen dose optimization trial for radiotherapy of benign painful shoulder syndrome. Long-term results. Strahlenther Onkol 2014; 190:394–8 CrossRef CrossRef
5.Ott OJ, Niewald M, Weitmann HD, et al.: DEGRO guidelines for the radiotherapy of non-malignant disorders. Part II: painful degenerative skeletal disorders. Strahlenther Onkol 2015; 191: 1–6 CrossRef MEDLINE
6.AWMF: Rotatorenmanschette. www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/033–041.html (last accessed on 28 March 2018).

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Anzeige