ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2018Randnotiz: Hilfe vom Briefträger

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Randnotiz: Hilfe vom Briefträger

PP 17, Ausgabe Mai 2018, Seite 197

Maybaum, Thorsten

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Postboten sollen in Bremen künftig nicht nur die Post in den Briefkasten werfen, sondern sie persönlich übergeben und bei dieser Gelegenheit einen möglichen Hilfebedarf von gesundheitlich eingeschränkten Senioren feststellen. Im Bedarfsfall soll der Notdienst der Johanniter informiert werden. Die Zusteller müssten die Post persönlich übergeben und würden sich dabei nach dem Gesundheitszustand der Senioren erkundigen, schreibt der Johanniter-Verband Bremen-Verden auf seiner Internetseite. Liege ein gesundheitlicher Hilfebedarf vor, würde man von den Postboten informiert. Das Vorhaben ist Teil eines Modellprojekts „Post persönlich 2.0“ in Bremen. Für den kostenpflichtigen Service der Post müssen sich die Senioren anmelden. Die Koordination liegt bei der Behörde der Bremer Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne). Begleitet wird das Projekt vom Institut für Informationsmanagement. Ende des Jahres soll bewertet werden, wie die neuen Angebote bei den Kunden ankommen. Aber schon vor dem Start wird das Vorhaben kritisch beäugt. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe Nordwest etwa meint, die Mitarbeiter der Deutschen Post seien fachlich nicht dafür ausgebildet, einen Hilfebedarf festzustellen. Auch könne man die Mittel, die der Senat einplane, sinnvoller investieren, etwa für Gemeindeschwestern. Dass das Konzept der besseren Versorgung dient, ist kaum anzunehmen. Gut an dem Ansatz ist aber, dass sich eine Bezugspersonen um kranke Senioren kümmert. Und ein Plausch mit dem Briefträger ist allemal besser als ein unnötiges Schwätzchen mit dem Arzt in der Praxis.

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