ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2018Studium und Beruf: Männermangel in der Psychologie

AKTUELL

Studium und Beruf: Männermangel in der Psychologie

PP 17, Ausgabe Mai 2018, Seite 197

Hillienhof, Arne; SB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Deutlich mehr junge Frauen als Männer interessieren sich für das Studium der Psychologie. Foto: picture alliance
Deutlich mehr junge Frauen als Männer interessieren sich für das Studium der Psychologie. Foto: picture alliance

Der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) hat auf sinkende Zahlen an männlichen Berufsträgern in der Psychologie hingewiesen. Der Verband fordert deshalb ein gesellschaftliches Umdenken. „Die Psychologie entwickelt sich zu einer der Leitwissenschaften des 21. Jahrhunderts“, sagte BDP-Präsident Michael Krämer. Ihm zufolge waren beispielsweise im Wintersemester 2016/17 mehr als 75 000 Psychologie-Studierende an Universitäten eingeschrieben. Damit zähle Psychologie zu den zehn beliebtesten Studienfächern in Deutschland.

Allerdings sind laut BDP Männer deutlich unterrepräsentiert. Rund 75 Prozent der Studierenden sind weiblich. „Anders als in vielen anderen Fächern sind in der Psychologie Maßnahmen zur Erhöhung des Männeranteils sinnvoll, um eine Ausgewogenheit der Geschlechter im Beruf sicherzustellen“, so Krämer. Männer dürften nicht zu Exoten in dieser Profession werden.

Anzeige

Besonders dramatisch schätzt Krämer die Entwicklung in der Psychotherapie ein. Während immer mehr Männer Hilfe suchten, sinke gleichzeitig die Zahl der männlichen Psychotherapeuten drastisch. Laut Bundes­psycho­therapeuten­kammer (BPtK) sind bereits 72 Prozent der Mitglieder Frauen. Bei den Mitgliedern unter 35 sind es bereits 90 Prozent. „Unserer Gesellschaft darf es nicht gleichgültig sein, dass einzelne Berufsfelder zu sehr von dem einen oder anderen Geschlecht ausgefüllt werden“, warnte Krämer. Die Psychologie müsse für Männer und Frauen gleichermaßen attraktiv gestaltet werden. hil/sb

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema