ArchivDeutsches Ärzteblatt PP5/2018Aufenthalt in der Natur: Positive Auswirkungen auf Körperbild

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Aufenthalt in der Natur: Positive Auswirkungen auf Körperbild

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Sich in der Natur zu bewegen und Grün um sich zu haben, entspannt und erhöht das Wohlbefinden bei den meisten Menschen. Britische Psychologen haben anhand von fünf Studien herausgefunden, dass sich dieser positive Effekt auch auf die Einschätzung des eigenen Körpers überträgt. In den ersten drei Studien zeigten die Wissenschaftler Probanden Fotografien von Wäldern und Städten. In der vierten und fünften Studie spazierten die Probanden durch Stadtparks oder Stadtzentren und hielten sich dort eine Weile auf. Jeweils vorher und nachher wurde die Meinung der Probanden von ihrem Körper erfasst. In allen Studien zeigte sich dasselbe Ergebnis: Menschen, die sich Naturmotive angesehen oder im Grünen aufgehalten haben, haben ein besseres Verhältnis zu ihrem Körper.

Die Autoren erklären diesen Effekt damit, dass der Aufenthalt in der Natur auf angenehme Weise von Selbstzweifeln und kritischem Befassen mit dem eigenen Körper ablenkt. Die Natur wird mit einer „sanften Faszination“ wahrgenommen und ermöglicht eine mentale Beruhigung, die es zulässt, sich und den eigenen Körper mit Freundlichkeit, Nachsicht und Fürsorge zu betrachten. Die positive Wirkung der Natur kann nach Meinung der Autoren bei Therapien eingesetzt werden, in denen Störungen und Verzerrungen des Körperbilds eine Rolle spielen, um sich mit dem eigenen Körper zu versöhnen. ms

Swamia V, Barronb D, Furnham A: Exposure to natural environments, and photographs of natural environments, promotes more positive body image. Body Image 2018; 24 (1): 82–94.

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