ArchivDeutsches Ärzteblatt20-21/2018Ausgewählte Ergänzungen
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Damit klinisch relevante Keto(azid)osen vermieden werden können, gehören Keton-Urinteststreifen zur Grundausstattung jedes Kindes mit Diabetes mellitus Typ 1 beziehungsweise seiner Familie. Ein wichtiger Hinweis ist immer noch, dass die Behandlung von (schweren) Hypoglykämien auch dann vor Ort zu beginnen ist, wenn eine Notfall-Einweisung indiziert ist. Zur Hypoglykämie-Prävention kann es hilfreich sein, weitere Bezugspersonen vorausschauend problemorientiert zu informieren (Reisebegleiter, Sporttrainer, bei Adoleszenten auch Freunde).

Die von den Autoren gewürdigte psychosoziale Betreuung hat als risikoträchtige vulnerable Phase auch Pubertät und Adoleszens zu berücksichtigen. In dieser Phase manifestieren sich mitunter Anpassungsstörungen als dysfunktionale Bewältigungsstrategien mit gravierenden Auswirkungen auf die Blutglukosekontrolle. Die Behandlung derartiger Zusammenhänge erfordert viel Geduld und Kompetenz. Als optimal erwies sich bei uns die Mitbetreuung durch Psychodiabetologen. Gruppenschulungen zu spezifischen Themen können dabei hilfreich sein, zum Beispiel Kontrazeption, Umgang mit Rauschmitteln, insbesondere Alkohol, Ausübung von Extremsportarten oder Gewichtsmanagement.

Insulinpumpen und CGM-Systeme, insbesondere solche mit Hypoglykämie-Warnung, haben beeindruckende Therapiefortschritte ermöglicht. Doch sollte berücksichtigt werden, dass die im Beitrag (Kasten 1) aufgeführten Indikationen zur Pumpentherapie per se nur selten zutreffen, etwa bei nicht kompensierbarem Dawn-Phänomen. Eine eingeschränkte Lebensqualität bedarf der kritischen individuellen Würdigung. Entscheidend sind Konstellationen, die mehrere der angegebenen Probleme umfassen, etwa unakzeptable Glykämiefluktuationen im Tagesablauf bei häufigen nächtlichen Hypoglykämien. Unerlässlich sind geeignete Rahmenbedingungen, so bei jüngeren Kindern die langfristige Begleitung dieser anspruchsvollen Therapiesituation durch die Eltern.

Dem Hinweis auf die Bedeutung praktischer sowie erlebnispädagogischer Ansätze in der pädiatrischen Diabetesschulung ist mit Blick auf Feriencamps oder Rehabilitationsmaßnahmen in einschlägig qualifizierten Einrichtungen beizupflichten. Für jüngere Patienten kann auch eine Mutter-Kind-Maßnahme empfehlenswert sein, sofern die Zieleinrichtung über ein ausgewiesenes Diabetesteam verfügt.

DOI: 10.3238/arztebl.2018.0353a

Prof. Dr. med. Uwe Fischer

Zinnowitz

uwe.fischer01@t-online.de

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Die Autoren des Beitrags haben auf ein Schlusswort verzichtet.

1.
Ziegler R, Neu A: Diabetes in childhood and adolescence—a guideline-based approach to diagnosis, treatment, and follow-up. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 146–56 VOLLTEXT
1.Ziegler R, Neu A: Diabetes in childhood and adolescence—a guideline-based approach to diagnosis, treatment, and follow-up. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 146–56 VOLLTEXT

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