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Herzlichen Dank für die Anmerkung von Prof. Guntinas-Lichius. In den seltenen Fällen, in denen trotz aller interdisziplinären Methoden (inklusive Panendoskopie und Bildgebung) kein Primärtumor bei zervikalen Lymphknotenmetastasen nachweisbar ist, kann die Bestimmung von p16 und HPV (humane Papillomaviren) sowie EBV (Epstein-Barr-Virus) in den Tumorzellen weiterhelfen und auf ein Nasopharynxkarzinom hinweisen. Die TNM-Klassifikation empfiehlt, falls definitiv kein Primärtumor identifiziert werden kann, bei EBV-Positivität, die Klassifikation der Nasopharynxkarzinome anzuwenden. Es geht hier jedoch nur um die Klassifikation/Stadieneinteilung, nicht um die klinisch-relevante Situation einer therapieleitenden Fragestellung.

Aus Platzgründen sind wir in dieser Übersichtsarbeit nicht auf die in unseren Breiten seltenen Nasopharynxkarzinome eingegangen (jährliche Inzidenz: 0,3–0,7/100 000 Einwohner) (1). Im Gegensatz zur EBV-Positivität der Nasopharynxkarzinome in endemischen Gebieten fehlt das Virus in den (verhornten) Nasopharynxkarzinomen in den hiesigen Regionen, die nicht zu den betreffenden Endemiegebieten zählen, nahezu immer. Die klassische Histologie eines Nasopharynxkarzinoms – auch in Lymphknotenmetastasen – lässt daher in den meisten Fällen schon einen Hinweis auf diese Tumorentität zu. Des Weiteren wurden in der von Prof. Gutinas-Lichius aufgeführten Arbeit Cheol Park et al. (2017) insgesamt 54 Patienten aufgeführt, von denen nur zwei positiv auf EBV getestet wurden, wobei nur ein Patient ein Nasopharynxkarzinom hatte und beim zweiten Patienten kein Tumor gefunden werden konnte. Letztendlich schreibt jedoch auch diese Veröffentlichung die höchste Sensitivität für die Detektion des Primärtumors bei den plattenepithelialen Kopf-Hals-Tumoren nicht einer einzelnen Untersuchung, sondern der Kombination aus den Biomarkern HPV EBV und p16 sowie der 2-Fluor-2-desoxy-D-glucose-Positroneneemissionstomographie/Computertomographie (FDG-PET/CT) zu.

Herrn Dr. Thöns können wir bezüglich der Bedeutung der palliativmedizinischen Behandlung beim disseminierten CUP-Syndrom nur beipflichten. Jedoch trifft dies auf alle fortgeschrittenen Tumorerkrankungen (und auch auf viele nicht maligne Erkrankungen) und nicht nur auf das CUP-Syndrom zu. Dieser wichtige Grundpfeiler der Therapie von Tumorpatienten, sei es als palliativmedizinische Begleittherapie neben einer Bestrahlung oder medikamentösen Therapie oder als reine „best supportive care“ Therapie, gehört aufgrund der Fülle der einzelnen Aspekte der Palliativversorgung sowie der allgemeinen Wichtigkeit dieses Themas unserer Meinung nach jedoch nicht in einen Übersichtsartikel zu den aktuellen Möglichkeiten einer Therapie des CUP-Syndroms, sondern in einen eigenen ausführlichen Artikel zur Palliativmedizin.

Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, bei Patienten mit einem fortgeschrittenen Tumorleiden und so auch beim fortgeschrittenen CUP-Syndrom, immer auch allgemeine palliativmedizinische Maßnahmen in Betracht zu ziehen. Und natürlich muss beim weit fortgeschrittenen CUP-Syndrom auch mit dem Patienten über rein palliative Behandlungsmaßnahmen im Sinne von „best supportive care‘‘ diskutiert werden, sofern keine sinnvollen Behandlungsoptionen mehr bestehen, aber auch nur dann.

DOI: 10.3238/arztebl.2018.0354c

Für die Autoren

Dr. med. Gregor Zaun

Innere Klinik (Tumorforschung), Universitätsklinikum Essen

gregor.zaun@uk-essen.de

Interessenkonflikt

Die Autoren aller Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
WHO: WHO classification of head and neck tumours. El-Naggar AK, Chan JKC, Grandis JR, Takata T, Slootweg PJ (eds.): 4th edition, Lyon: IARC 2017; 65.
2.
Zaun G, Schuler M, Herrmann K, Tannapfel A: CUP syndrome—metastatic malignancy with unknown primary tumor. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 157–62 VOLLTEXT
1.WHO: WHO classification of head and neck tumours. El-Naggar AK, Chan JKC, Grandis JR, Takata T, Slootweg PJ (eds.): 4th edition, Lyon: IARC 2017; 65.
2.Zaun G, Schuler M, Herrmann K, Tannapfel A: CUP syndrome—metastatic malignancy with unknown primary tumor. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 157–62 VOLLTEXT

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