ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2018Randnotiz: Nur eine Randnotiz

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Randnotiz: Nur eine Randnotiz

Dtsch Arztebl 2018; 115(19): A-903 / B-765 / C-765

Maybaum, Thorsten

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Als vor rund 100 Jahren die Spanische Grippe ausbrach, die in nur wenigen Monaten Schätzungen zufolge zwischen 27 bis 50 Millionen Menschen tötete, tobte der erste Weltkrieg. Entsprechend waren der Ausbruch der Grippe und dessen Folgen 1918 nur eine Randnotiz. Das Aerztliche Vereinsblatt befasste sich zur damaligen Zeit kaum mit der tödlichen Grippewelle. In einer Ausgabe unmittelbar nach Ende des 1. Weltkriegs am 23. Dezember 1918 hieß es in der Zeitschrift aber, für die Ärzte würden vielfache Aufgaben erwachsen. „Der Gesundheitszustand des Volkes ist geschwächt; neben den furchtbaren Verlusten an Menschenleben und Manneskraft im Felde haben Entbehrungen, Unterernährung und die Folgen einer schweren Epidemie die Volkskraft zerrüttet“, erklärte das Blatt. Die Ärzte mahnten schon damals, ein weiteres Umsichgreifen von Krankheiten müsse verhütet werden. Dafür soll heute unter anderem auch der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) sorgen. Allerdings klagte der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte im ÖGD zuletzt über Nachwuchsprobleme. Ein Grund: In Zeiten des Ärztemangels ist der Job schlicht unterbezahlt. Man könne seine Beratungs- und Kontrollfunktionen nur dann adäquat wahrnehmen, wenn entsprechende Ressourcen zur Verfügung stünden, hieß es vom Verband. Grippewelle und Masernausbrüche erforderten etwa von Gesundheitsämtern ein verstärktes Engagement für Verbesserungen beim Impfschutz der Bevölkerung. Die Politik verspricht zwar Besserung. Dabei ist es aber auch geblieben. Es scheint, als wären die wichtigen Aufgaben des ÖGD dort nur eine Randnotiz.

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