ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2018Psychotherapiebedarf: Es hakt nicht
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... Alle Psychotherapeuten/-innen könnten mit einem vollen Kassensitz 50 Stunden pro Woche arbeiten, also mindestens 40 Patienten/-innen in der Woche sehen. Macht aber (fast) niemand, die meisten behandeln zwischen 25 und 30 Patienten/-innen. Aus diesem Missverhältnis entsteht ein Riesenberg an Minusstunden, der die langen Wartezeiten erklärt. Wir brauchen also eine Flexibilisierung der Kassensitze/Kassensitzstunden. Oder Kassenärztliche Vereinigungen (KV), die darauf schauen, inwieweit die Therapeuten/-innen die Stunden ausfüllen und gegebenenfalls darauf bestehen, dass der KV-Sitz geteilt wird, falls diese zu wenig arbeiten.

Oder Therapeuten/-innen, die so handeln, wie ich es getan habe: Ich habe meinen halben Sitz gerade abgegeben, um damit einer Kollegin die Möglichkeit zu geben, Patienten zu behandeln. Eigentlich eine sogenannte Win-win-Situation. Erst wenn diese Randbedingungen konsequent verändert werden, und es immer noch Patienten gibt, die eine/n Therapeutin/-en suchen, dann kann man der Bedarfsplanung die „Schuld“ geben.

Dr. med. Sven-Dirk Schulz, 04109 Leipzig

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