ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2018Sektorenindex: Medizinische Versorgung wird immer ambulanter

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Sektorenindex: Medizinische Versorgung wird immer ambulanter

Dtsch Arztebl 2018; 115(19): A-904

Hillienhof, Arne

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Die ambulante Medizin wird für die Versorgung immer wichtiger. Darauf hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) auf Basis eines neu entwickelten Sektorenindex (SIX) hingewiesen. Demnach ist von 2010 bis 2014 bundesweit die in Anspruch genommene ambulante Versorgungsleistung um sechs Prozent gestiegen, während gleichzeitig die Bettenbelegungstage im Krankenhaus um fünf Prozent zurückgegangen sind. SIX erfasst die ambulante Leistungsmenge und die Bettenbelegungstage im Krankenhaus auf Kreisebene. Der Index gibt unter anderem Aufschluss über die Höhe der ambulanten Inanspruchnahme mittels des realisierten Leistungsbedarfs in Euro und die Höhe der stationären Inanspruchnahme über die durchschnittliche Anzahl von Belegungstagen. Außerdem erfasste das Zi unter anderem Morbidität, Haus-, Facharzt- und Krankenhausbettendichten, Vorhandensein eines Universitätsklinikums im Kreis, das Verhältnis aus den Anteilen der ambulanten und stationären Pflege und die Arbeitslosenquote. „Für die Frage, wie in einer Region die medizinische Versorgung weiterentwickelt werden soll, kann der SIX ein hilfreiches Instrument sein“, erklärte Zi-Geschäftsführer Dominik Graf von Stillfried. Die vor Ort subjektiv wahrgenommene Versorgungslage werde mit handfesten Daten unterfüttert und objektiv dargestellt. In einigen Regionen Deutschlands, insbesondere in den neuen Bundesländern, weist der SIX nach Ansicht des Zi auf einen Handlungsbedarf hin. Dies gilt für Kreise, in denen die stationäre Versorgung hoch und die ambulante als niedrig einzustufen ist. „In diesen Regionen könnten durch Investitionen in die ambulante Versorgungsstruktur Effizienzreserven mobilisiert werden“, sagte von Stillfried. Zur Klärung der Frage, welche Schlussfolgerungen aus dem SIX abzuleiten seien, brauche es aber weitergehender Prüfungen, so der Zi-Geschäftsführer. hil

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