ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2018Geburtshilfe: Hebammen plädieren für Personaluntergrenze und Akademisierung

AKTUELL

Geburtshilfe: Hebammen plädieren für Personaluntergrenze und Akademisierung

Dtsch Arztebl 2018; 115(19): A-906 / B-766 / C-766

KNA

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Bei Hebammen gibt es Nachwuchssorgen. Das liegt auch an der schlechten Bezahlung. Foto: picture alliance
Bei Hebammen gibt es Nachwuchssorgen. Das liegt auch an der schlechten Bezahlung. Foto: picture alliance

Der Deutsche Hebammenverband hat schlechte Zustände in der Geburtshilfe beklagt. Geburtsstationen würden mangels Personal geschlossen, Frauen wegen Überfüllung der Kreißsäle abgewiesen und es fehlten freiberufliche Hebammen für das Wochenbett, sagte die Präsidentin des Hebammenverbands, Ulrike Geppert-Orthofer, anlässlich des Internationalen Hebammentags. Im Klinikalltag seien Hebammen teils für drei und mehr Frauen gleichzeitig zuständig. Daher brauche es eine Personaluntergrenze für Kreißsäle. Zudem müssten Hebammen mehr Einflussmöglichkeiten erhalten und weniger vom Arzt abhängig sein. Nach Ansicht von Geppert-Orthofer sollte der Hebammenberuf vor diesem Hintergrund weiter akademisiert werden. Zwar gebe es noch genügend Bewerber für die vorhandenen Ausbildungsplätze, aber die Zahl sinke – vor allem unter Abiturientinnen – und die Verweildauer im Beruf liege im Schnitt bei nur sieben Jahren. Ursula Jahn-Zöhrens, freiberufliche Hebamme und Mitglied im Verbandspräsidium, ergänzte, dass die Tätigkeit eine große Verantwortung beinhalte und dafür viel zu schlecht bezahlt werde. Sie beklagte zudem einen wachsenden bürokratischen Aufwand. Laut einer Umfrage des Vereins Deutsche Hebammenhilfe unter 100 Experten an Geburtskliniken sind den Häusern die Probleme der Hebammen bekannt. Aus Sicht der Kliniken sind es vor allem familienunfreundliche Arbeitszeiten (69 Prozent) und eine geringe Entlohnung (64 Prozent), die potenzielle Bewerber von der Arbeit in der Klinik abhalten. kna

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema