ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2018Ärztemonitor: Gewalt in Arztpraxen alltäglich

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Ärztemonitor: Gewalt in Arztpraxen alltäglich

Dtsch Arztebl 2018; 115(19): A-903 / B-765 / C-765

dpa; Maybaum, Thorsten

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Statistisch betrachtet kommt es täglich zu mindestens 288 Fällen von körperlicher Gewalt gegen niedergelassene Ärzte und ihre Praxisteams. Jeder vierte an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Arzt hat in seinem Berufsleben schon Erfahrung mit körperlicher Gewalt seitens der Patienten gemacht. Das geht aus ersten Daten des Ärztemonitor 2018 hervor. Weitaus höher sind die Vorkommnisse verbaler Gewalt. Mit bundesweit 2 870 Fällen täglich haben sie vier von zehn Ärzten schon erlebt. Laut der Befragung nimmt verbale Gewalt zu, je größer die Praxis ist, während körperliche Gewalt zunimmt, je kleiner die Praxis ist. Zur Anzeige bringen die Ärzte etwa jeden vierten tätlichen Angriff. Angesichts der Zahlen fordern Kassenärztliche Bundesvereinigung und NAV-Virchow-Bund, die für die Erhebung mehr als 7 000 Ärzte befragt hatten, die Politik auf, die ambulant und stationär tätigen Ärzte in den Straftatbestand „Tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte aufzunehmen. Das 52. Gesetz zur Änderung des Strafgesetzbuches zur Stärkung des Schutzes von Vollstreckungsbeamten und Rettungskräften ist am 30. Mai vergangenen Jahres in Kraft getreten. Durch die jüngste Änderung des Gesetzes Ende April haben tätliche Angriffe auf Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungsdienstmitarbeiter ein höheres Strafmaß erhalten. Ärzte und ihr medizinisches Personal wurden dabei nicht berücksichtigt. dpa/may

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