PHARMA

Kurz informiert

Dtsch Arztebl 2018; 115(19): A-936

zyl; EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS

Dreifach-Fixkombination bei COPD überlegen – Die Dreifach-Fixkombination LAMA/LABA/ICS (Trimbow®, Chiesi) ist der LAMA/LABA-Kombination (Ultibro®) bei der Reduktion moderater und schwerer Exazerbationen bei COPD-Patienten überlegen. Dies ist das Ergebnis der TRIBUTE-Langzeitstudie über 52 Wochen, an der 1 532 Patienten teilgenommen haben. In der randomisierten Doppelblindstudie wurde die Wirksamkeit der extrafeinen Dreifach-Fixkombination aus Glycopyrroniumbromid, Formoterolfumarat und Beclometasondipropionat mit der LAMA/LABA-Kombination aus Glycopyrroniumbromid/Indacaterolmaleat verglichen (Papi A, et al. Lancet 2018; 391: 1076–84). Involviert waren Patienten mit einem FEV1 < 50 % vom Soll und einem CAT-Score ≥ 10, die trotz medikamentöser Vortherapie ≥ 1 moderate bis schwere Exazerbation im Vorjahr erlitten hatten (2). 63 % dieser Patienten waren nach aktueller GOLD-Einteilung der Gruppe B zuzuordnen. Bei vergleichbarem Sicherheitsprofil erreichte die Dreifach-Fixkombination den primären Studienendpunkt mit einer signifikanten Reduktion der Exazerbationen um 15,2 % im Vergleich zur dualen Therapie (p = 0,043). Darüber hinaus wurden als sekundäre Endpunkte der Effekt auf den Lungenfunktionsparameter Pre-Dose-FEV1, die Lebensqualität (gemessen anhand des St. George Respiratory Questionnaire, SGRQ) sowie die Sicherheit und Verträglichkeit der Behandlung untersucht. Die Studienergebnisse von TRIBUTE zeigten

  • die Überlegenheit der extrafeinen Dreifach-Fixkombination gegenüber der LAMA/LABA-Kombination beim Pre-Dose-FEV1 nach 12 und 40 Wochen (+ 32 ml) sowie gemittelt über den gesamten Behandlungszeitraum hinweg (+ 22 ml, p < 0,05),
  • eine signifikante und konstante Steigerung der Lebensqualität (SGRQ) über den gesamten Studienzeitraum (p ≤ 0,001) sowie
  • ein der LAMA/LABA-Kombination vergleichbares Sicherheitsprofil: Hinsichtlich der Nebenwirkungsrate sowie der Pneumonieinzidenz waren die beiden Behandlungsregime vergleichbar.

Die Ergebnisse von TRIBUTE machen erstmals evident, dass COPD-Patienten, die trotz dualer Bronchodilatation anhaltende Symptome aufweisen und/oder weiterhin exazerbieren, durch die zusätzliche Gabe eines inhalativen Kortikosteroids im Rahmen einer fixen Dreifachtherapie profitieren, so das Resümee der Autoren. zyl

Anzeige

Quelle: Papi A. et al. Lancet 2018; 391:1076–84

Hepatitis-C-Therapie Maviret® in Real-Life-Setting erfolgreich – Die pangenotypische Hepatitis-C-Therapie Glecaprevir/Pibrentasvir (Maviret®, AbbVie) erzielt auch im Behandlungsalltag sehr hohe Heilungsraten. Das zeigen die weltweit ersten Real-Life-Daten zu Glecaprevir/Pibrentasvir, die beim diesjährigen Kongress der European Association for the Study of the Liver (EASL) präsentiert wurden. Alle im Deutschen Hepatitis-C-Register (DHCR) erfassten therapienaiven Hepatitis-C-Patienten ohne Zirrhose, die gemäß der Zulassung und über 8 Wochen therapiert wurden, erreichten eine virologische Heilung (mITT [modified intent-to-treat]: 100 % SVR12 [sustained virological response]; n = 80/80).

Therapienaive Hepatitis-C-Patienten ohne Zirrhose machen heutzutage den Großteil der Patienten in Deutschland aus. Die sorgfältige Analyse der Ergebnisse aus der Praxis liefert zusätzliche Informationen zur Sicherheit und Wirksamkeit der neuen Therapie. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund der sehr heterogenen Patientengruppe der chronischen Hepatitis C, die zum Teil besondere Therapieherausforderungen wie eine Opioid-Substitutionstherapie mit sich bringt, von besonderer Bedeutung.

Die DAA-(direct-acting antiviral-)Kombinationstherapie Glecaprevir/Pibrentasvir steht zur Behandlung erwachsener Hepatitis-C-Patienten aller Genotypen (GT1–6) zur Verfügung. Die Einnahme erfolgt einmal täglich (3 Tabletten) und ist komplett Ribavirin-frei – unabhängig von Resistenzen und Viruslast. Die Therapiedauer beträgt für den Großteil der Patienten (therapienaiv, ohne Zirrhose) 8 Wochen. EB

Quelle: Pressemitteilung AbbVie

Wirksamkeit und Sicherheit von Xermelo® bestätigt – Die aktuell veröffentlichte TELECAST-Studie bestätigt, dass die Add-on-Therapie zu Somatostatin-Analoga (SSA) mit Telotristatethyl (Xermelo, Ipsen) zu einer nachhaltigen Verbesserung der Karzinoidsyndrom-bedingten Diarrhö führt und dabei ein günstiges Sicherheitsprofil aufweist.

Die erste Wahl bei der Behandlung von Symptomen gastroenteropankreatischer NET (GEP-NET) ist die Gabe von Somatostatin-Analoga (SSA). Allerdings kontrolliert die Erstlinientherapie nicht bei allen Patienten das Symptom Diarrhö in ausreichendem Maße. Seit Herbst 2017 steht für dieses Patientenklientel die Zusatztherapie mit Telotristatethyl zur Verfügung, die damit die bisherige Therapielücke schließt. Der Wirkstoff reduziert die Serotoninproduktion innerhalb neuroendokriner Tumorzellen mittels Hemmung des Schlüsselenzyms Tryptophanhydroxylase (TPH).

Etwa 35 % der Patienten mit einem intestinalen Neuroendokrinen Tumor (NET) leiden an einem Karzinoidsyndrom und damit einhergehend an Symptomen wie Diarrhö, kutanen Flush-Episoden, Abdominalschmerzen, Giemen beziehungsweise Bronchospasmen oder Herzerkrankungen. Das Syndrom ist Folge der tumoralen Sekretion großer Mengen an Serotonin und anderer vasoaktiver Produkte in den Blutkreislauf. Die Beeinträchtigungen durch die Erkrankung sind weitgehend. So berichteten im Rahmen einer großen internationalen Fragebogenstudie mit NET-Patienten rund 70 % der Probanden von krankheitsbedingten Einschränkungen in ihrem alltäglichen Leben. EB

Quelle: Pressemitteilung Ipsen

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema