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Randnotiz: Diatattoos

Dtsch Arztebl 2018; 115(20-21): A-961 / B-811 / C-811

Maybaum, Thorsten

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Menschen mit Diabetes mellitus gehen immer offener mit ihrer Erkrankung um. Das zeigt ein neuer Trend, auf den diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe kürzlich hingewiesen hat. Mit dem „Diatattoo“ setzen demnach Betroffene ihr ganz persönliches Statement. Darunter sind laut diabetesDE Fußballstars und Normalsterbliche. So habe zum Beispiel der FC-Bayern-Spieler Arturo Vidal eine Tätowierung, die eine Insulinpumpe zeigt. Das Motiv soll eine Solidaritätsbekundung mit seinem an Diabetes Typ 1 erkrankten Sohn sein. Betroffene selbst geben ganz unterschiedliche Gründe für ein Tattoo mit Diabetesbezug, wie etwa einen blauen Kreis oder einen prägnanten Schriftzug, an. Sei es in Erinnerung an die Diagnose, als Gedächtnisstütze zur kontinuierlich notwendigen Selbsttherapie mit Blutzuckermessen und Insulinspritzen oder zur Akzeptanz der Erkrankung. Das Credo: Das Tattoo begleitet den Menschen ein Leben lang – wie auch die Erkrankung. Der Schriftzug ‚I choose to live‘ bedeute, sie habe sich dafür entschieden, zu leben, erzählt Iris Schmidt. Sie habe sehr große Schwierigkeiten gehabt, mit dem Diabetes umzugehen und ihn zu akzeptieren. Das Diatattoo symbolisiere für sie den Moment, in dem sie sich entschieden habe, die Krankheit anzunehmen, mit ihr zu leben, sich aber zugleich nicht von ihr beherrschen zu lassen. Für die diabetesDE-Geschäftsführerin Nicole Mattig-Fabian zeigt der Tattoo-Trend, dass Menschen mit Diabetes heute selbstbewusster und selbstbestimmter mit ihrer Erkrankung umgehen als früher. Immer mehr Betroffene und Angehörige sähen den Diabetes nicht mehr als Stigma.

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